„Männer sind bekloppt, aber sexy!“

Mario Barth wie ein Rockstar in der Festhalle

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Mario Barth

Frankfurt - Auftritt wie ein Rockstar, mit opulentem Science-Fiction-Kino und eigenem Pappmaché-Flugzeug. Mario Barth, seines Zeichens zehnfacher Comedypreis-Gewinner, landet für zwei ausverkaufte Abende in der Festhalle. Von Peter H. Müller 

Sein aktuelles Bühnen-Solo „Männer sind bekloppt, aber sexy!“ schreibt das bestens bewährte Konzept fort: Beziehungskisten-Scharmützel, absurde Alltags-Anekdoten, „Schlüpper mit Schlitz“ und andere feuchte Herrenwitze - der „größte Paartherapeut der Galaxis“ bleibt sich treu, seine Fans jubeln. Wo auch immer der 42-jährige Dampfplauderer mit der Berliner Kodderschnauze aufschlägt, ist die Hütte proppenvoll. Auch wenn das, was da live zum Show-Event aufgepimpt wird, nicht mehr ganz taufrisch wirkt. Kurz nach 20 Uhr wummern also fette Bässe durch den Saal, der Nebel wabert und die Barth-Airline landet mit ihrer Privat-Maschine mitten auf der Bühne. Wir sind, so das Narrativ der sonoren Off-Stimme, im Jahr 2215: Es gibt keine Handtaschen- und Schuhläden mehr, sogar der Berliner Chaos-Airport soll kurz vor der Fertigstellung stehen, aber der „King of Comedy“ lebt.

Vor allem lebt er in seinem ganz eigenen Kosmos. Ein Universum, in dem Männer noch echte, wenn auch quartalsirre Kerle - und Frauen vor allem gut auf den Arm zu nehmen sind. Es ist wieder einmal das Barthsche Dauerthema, das den roten Faden seines inzwischen fünften Bühnensolos spinnt und sich offenbar nie abnutzt.

Die Ingredienzen: Er, sie und das übliche Kabinett der Beziehungskisten-Kuriositäten, dazu besoffene Dildo-Partys, beidseitig gebrochene Arme auf Florida-Reise, Disneyland-Visite, VHS-Pornos oder Nashörner, die eigentlich Nilpferde sind. Wer das nun verdächtig bekannt findet, liegt richtig. In Marios Welt haben Geschlechterrollen-Klischees dauerhaft Konjunktur - ähnlich wie die Ausflüge unter die Gürtellinie, wo es von der „Shades of Grey“-Bettlektüre im Rosamunde-Pilcher-Einband bis zum „Dirty Talk“ im heimischen Wohnzimmer geht. Immer im speziellen, skurrilen Gestus/Duktus: Barth, der atemlos durch die Flughallen-Kulisse tigert, humpelt, stakst und brüllt, überzeichnet und zelebriert seine Manierismen wie kein anderer.

Mario Barth: Bilder von der Stadion Tour 2011

Dass seine mehr oder weniger banalen, immer extralang gezogenen Anekdoten über die „The Brain“ getaufte Freundin („Die is ja nich doof. Hat studiert. Fertig. Feeertig! Diplom. Nix Bachelor und Rosen oder so…“), bescheuerte Notaufnahme-Ärzte, grenzdebile Sicherheitsbeamte oder Tampon-Kaufversuche eher ermüdend kunstlosen Humor abfeiern, spielt keine Rolle. Er wird gefeiert, kollektiv, von Männlein und Weiblein. Na denn, wenn´s irgendwie hilft: Am 16. Dezember ist er noch einmal live zu bewundern, beim Zusatzkonzert in der Fraport Arena.

Quelle: op-online.de

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