Rekordtemperaturen in Hessen

Massenauflauf am Badesee

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Rekordtemperaturen in Hessen verschaffen Gastronomie und Bädern Rekordumsätze.

Offenbach - Was für ein Wochenende! Sonne satt und rekordverdächtige Temperaturen dank Hoch „Achim“ und Tief „Xenja“. In der Region waren Freibäder und Badeseen hoffnungslos überfüllt, Biergärten- und Eisdielen-Betreiber freuten sich über Rekordumsätze.

Kein Wunder: bei Temperaturen um die 37 Grad – gestern Nachmittag um 16 Uhr unter anderem in Hanau und Frankfurt gemessen – war jede noch so kleine Abkühlung erwünscht. Die Kehrseite der Medaille: Sonnenbrände, Hitzschläge und Kreislaufprobleme bescherten den Krankenhäusern reichlich Arbeit.

Wer der Afrika-Hitze in einem Freibad oder im Badesee entgehen wollte, musste allerdings rechtzeitig ein Plätzchen ergattern. Beispielsweise am Langener Waldsee, den am Samstag und Sonntag Tausende von Badegästen ansteuerten. So war es nur eine Frage der Zeit, bis verkehrstechnisch alle Dämme brachen. Die Parkplätze am Strandbad und auf dem benachbarten Gelände der Firma Sehring-Kies waren ruck, zuck belegt. Der Massenansturm rief frühzeitig die Polizei auf den Plan, die sowohl die Zufahrt zum See als auch die Bundesstraße 44 in Richtung Mörfelden-Walldorf abriegelte, um der Massen Herr zu werden. Am Rodgausee standen Badegäste gar vor verschlossenen Türen: Dort ging das Strandbad-Festival über die Bühne.

Feuerwehreinsatz beim Beachvolleyballturnier

Hitzefrei hatten die Fußballer im Kreis Dieburg, wo sämtliche Spiele aufgrund der hohen Temperaturen abgesagt wurden. Im Fußball-Kreis Offenbach wurden die meisten Spiele von 15 Uhr um zweieinhalb Stunden auf 17.30 Uhr verlegt. Bei der hessischen Beachvolleyball-Meisterschaft in Offenbach rückte die Feuerwehr zweimal an, um den glühend heißen Sandplatz zu wässern und die Zuschauer zu erfrischen.

Impressionen vom Hitze-Wochenende

Hoch "Achim" hat Deutschland im Griff - Neue Bilder

In Hanau wurde wegen der großen Hitze bereits vorab das traditionelle „Promenadenkonzert“ der Großauheimer Orchestervereinigung abgesagt. „Wir haben in unseren Reihen auch einige ältere Musiker. Denen ist es nicht zuzumuten, dass sie bei solchen Temperaturen auf ihren Blasinstrumenten spielen. Denn das ist durchaus auch eine körperliche Anstrengung“, begründete eine Sprecherin der Orchestervereinigung die Konzertabsage. Das Konzert auf der Mainpromenade soll am 23. September nachgeholt werden, dann wohl bei erträglicheren Temperaturen.

Hubschrauber auf Waldbrand-Suche

Auf die negativen Seiten des Bilderbuch-Sommers mussten sich Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte einstellen. Gestern wurden alle verfügbaren Hubschrauber in die Luft geschickt, um mögliche Waldbrände rechtzeitig zu erkennen. „Momentan reicht eine einzige Zigarettenkippe“, sagte ein Polizeisprecher.

In Limburg wurden erhöhte Ozonwerte gemessen. Der Konzentrationswert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft sei gestern um 17 Uhr überschritten worden. Registriert wurden bei einer Temperatur von 35,7 Grad 190 Mikrogramm Ozon, wie das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie mitteilte. Auch heute können die Werte wieder in kritische Bereiche steigen. Kindern und Jugendlichen sowie Personen, die empfindlich auf erhöhte Ozonkonzentrationen reagieren, wird vorsorglich geraten, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden. Auch von sportlichen Ausdauerleistungen raten Experten ab.

Und dann gab es auch das: Streikende Klimaanlagen führten gestern bei der Bahn bundesweit zu Zugausfällen. Insgesamt acht Verbindungen mussten gestrichen werden. Dennoch sei es nicht zu gravierenden Störungen oder Verzögerungen gekommen, sagte ein Bahnsprecher.

In den nächsten Tagen bleiben die Temperaturen über der 30-Grad-Marke. Allerdings drohen heftige Gewitter.

Quelle: op-online.de

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