Matthias Schweighöfer über Frankfurt, Frauen und Fleischwurst

Berliner mit einem Faible für Hessen

+
Matthias Schweighöfer (rechts) als Paul Voigt und Milan Peschel als Thorsten „Toto“ Kuhlmann im Film „Schlussmacher“.

Frankfurt - Kaugummikauend posiert Matthias Schweighöfer am Dienstagabend lässig am roten Teppich vor dem Frankfurter Kino Metropolis. Sein zu wilden Wellen neigendes Haar hat er mittels Kurzhaarschnitt und viel Gel unter Kontrolle gebracht. Von Kathrin Rosendorff

Er trägt ein schwarzes Jackett zu trendigen, weißen Turnschuhen. Knapp 400 Fans - fast alle weiblich und die meisten unter 30 - kreischen nach „Matthias“.

Viele fügen noch im Quietschton hinzu: „Du geile Sau.“ Schweighöfer ist zur Frankfurter Premiere von „Schlussmacher“, dem zweiten von ihm inszenierten Film, angereist. Der Film wurde in Frankfurt, Nordhessen, Berlin und Brandenburg gedreht. Der 31-jährige Schweighöfer liebt seine Fans. Er winkt ihnen zu, gibt so viele Autogramme wie in solchen Momenten möglich und posiert für die Facebook-Profile seiner Fans.

Lesen Sie mehr zum Film auf unserer Kinoseite!

In zwei Sälen sahen die 1280 Premieren-Gäste die Komödie, die heute deutschlandweit in den Kinos startet. Schweighöfer spielt darin den unterkühlten Trennungsagenten Paul. Er teilt Leuten mit, dass ihr Partner keine Lust mehr hat, die Beziehung fortzusetzen. Dann trifft er aber auf den anhänglichen Toto. Den spielt sein Schauspielkollege Milan Peschel, der auch der Patenonkel von Schweighöfers dreijähriger Tochter Greta ist. Der Berliner mag es, mit Familie und Freunden zu drehen. Seine Mutter Gitta spielt auch in einer Nebenrolle wieder mit.

Schlussmacher: Schweighöfer im Interview

Matthias Schweighöfers zweiter Kinofilm „Schlussmacher" kommt gut an. Wir haben den Schauspieler nach der Kino-Premiere im Frankfurter Cinestar Metropolis zum Interview in der Villa Kennedy getroffen.

Zum Video

Für die Frankfurter Premiere gab es - im Gegensatz zur Berliner Premiere - sogar 200 Tickets, die Fans regulär kaufen konnten. „Die Stimmung in Frankfurt war der Hammer“, erzählt Schweighöfer einen Tag später in der „Villa Kennedy“ in Sachsenhausen. In diesem Hotel wohnt er immer, wenn er in der Stadt ist. Es ist Interviewtag für den Berliner, und zwischendrin ruft ihn sein Kumpel und Kollege Til Schweiger an, um zu hören, wie es denn so laufe. „Er freut sich so für mich und ist stolz auf mich“, erzählt Schweighöfer nachdem er das Telefonat beendet hat. Auch fernab der Leinwand erscheint er als sympathischer Sonnenschein-Typ.

Hat gut lächeln: Matthias Schweighöfers zweiter Film „Schlussmacher“ kommt gut an.

„Hoffentlich wird der Film erfolgreich. Kriegt man vom Film da draußen was mit?“, fragt er beim Interview. Der Satz wirkt echt. Trotz des Erfolgs ist Schweighöfer aufgeregt. Das hat einen Grund: Er ist nicht nur Hauptdarsteller, Regisseur und hat die Klavierparts selbst eingespielt, sondern ist auch Co-Produzent des Films. Für „Schlussmacher“ bekam Schweighöfer den größten Förderanteil aus Hessen. 600.000 Euro stellte ihm die Filmförderung des Bundeslands, HessenInvestFilm, zur Verfügung. 4,7 Millionen Euro kostete der Film insgesamt.

„Kompliment mit Woody Allen verglichen zu werden“

Das hessische Fördergeld könnte wieder gut angelegt sein. Schon sein Regiedebüt „What A Man“ hat Schweighöfer in Frankfurt gedreht. Es war die zweiterfolgreichste deutsche Filmproduktion des Kinojahres 2011. Vor kurzem ist „What A Man“ sogar in den USA angelaufen und die ehrwürdige „New York Times“ verglich Schweighöfer in einer überschwänglichen Filmkritik sogar mit Woody Allen. „Filmisch finde ich es ein Kompliment mit Woody Allen verglichen zu werden. Äußerlich, na ja“, sagt er und lacht, bevor er zur Cola Light mit viel Eis und Zitrone greift. Wenn „Schlussmacher“ gut läuft, will er für den US-Markt ein Remake drehen. „Ich habe mich neulich mit den Studiobossen drüber unterhalten, wer mich spielen würde. Und alle haben einstimmig gesagt: Justin Timberlake. Ich fände aber Ryan Gosling besser,“ erzählt er.

„Badesalz“ haben eine kleine Nebenrolle im Film

Ein Bericht zu den Dreharbeiten und ein Video zum Dreh zu „What a Man“, finden Sie hier!

Schweighöfer soll ein netter Regisseur sein, berichtet einer, der mit ihm zusammenarbeitete: „Er ist humorvoll und weiß, was er will“, erzählt Henni Nachtsheim einen Tag vorher bei der Premiere. Denn auch „Badesalz“ haben eine kleine Nebenrolle im Film. „Ich habe bei Henni auch einmal zuhause gefrühstückt. Da gab es Fleischwurst und Nutella. Sehr lustig“, so Schweighöfer, der immer wieder betont, dass er Frankfurt liebt, weil es so eine gemütliche, überschaubare Stadt sei.

„Ich habe noch nicht so viele hessische Frauen kennengelernt.“ Seinen Beziehungsstatus bezeichnet er als „kompliziert“. Er hat sich vergangenes Jahr von Ani Schromm, der Mutter seiner Tochter, getrennt. Ein Liebescomeback scheint noch nicht ausgeschlossen.

Ansonsten gilt für alle Schweighöfer-Interessentinnen zu wissen: „Ich bin ziemlich ungeduldig. Ich mag nicht, wenn der Klodeckel oben ist. Und ich kriege richtig schlechte Laune, wenn Frauen, die Sprudelwasser trinken, die Flasche nicht wieder verschließen.“ Das sollte sich eigentlich lernen lassen.

Quelle: op-online.de

Kommentare