Mehr Ärger mit Drogenszene

Frankfurt - Die Bewohner des Frankfurter Bahnhofsviertels fühlen sich nicht mehr sicher. In einem Offenen Brief schlagen sie Alarm und fordern neue Lösungen in der Drogenpolitik.

„Unser Sicherheitsgefühl hat in den letzten Jahren nach und nach abgenommen“, heißt es in dem Schreiben. „Es ist uns nicht mehr möglich, hier unbeschwert zu leben. “ Stadt und Polizei wollen künftig enger mit den Bürgern zusammenarbeiten und denken über neue Wege nach.

Der offene Drogenkonsum sei unerträglich geworden, schreiben die Anwohner. So habe ein Bewohner der Taunusstraße beim Öffnen seiner Haustür in eine Spritzkanüle gegriffen, „die dort offensichtlich positioniert wurde“. Ein Nachbar aus der Moselstraße sei von einem Mann, der Drogen genommen hatte, verfolgt, überfallen und geschlagen worden. Eine Drogenabhängige habe eine hochschwangere Frau angepöbelt und ihr mit Tritten in den Bauch gedroht. „Auch eine erhöhte Polizeipräsenz scheint nicht zu helfen“, stellen die Anwohner fest.

Erhöhte Präsenz scheint nicht zu helfen

Mindestens sechs Beamte seien jeden Tag in dem Rotlichtviertel im Einsatz, sagt Polizeisprecher Alexander Kießling. Vier von der Landes- und zwei von der Stadtpolizei. Dazu kommen Zivilkräfte und die normalen Streifen des Reviers. „Sobald die Polizei weg ist, wird es wieder ein bisschen schlimmer“, sagt Kießling. Und gerade jetzt an den ersten warmen Tagen des Jahres seien wieder mehr Drogenabhängige auf der Straße, auch aggressive.

Drogenhilfe, Streetworker, Sicherheitskräfte und Polizei wollen künftig enger mit den Anwohnern zusammenarbeiten, um schneller und zielgerichteter vorgehen zu können. Dazu gehört auch die Beobachtung des Rotlichtmilieus, in dem seit Mai 2011 zunehmend Rumänen und Bulgaren Fuß fassen.

dpa

Quelle: op-online.de

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