Hessische Firmen sind zurückhaltend

Frankfurt - Im ersten Halbjahr ist die Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt zwar noch besser verlaufen, als in vielen anderen Bundesländern. Im Juli schwächelte er aber. Die Aussichten für den Rest des Jahres sind verhalten. Von Marc Kuhn

Der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit, Frank Martin, geht von einer weitern Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik aus. Dies werde sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen, sagte er gestern in Frankfurt. Martin verwies zur Begründung auf Frühindikatoren wie einem Rückgang bei der Zahl freier Stellen.

Im ersten Halbjahr sei die Zahl der Erwerbslosen in Hessen von 190 457 auf 181 179 gefallen, hieß es. Dies sei ein Rückgang um 4,9 Prozent. In den westdeutschen Ländern sei ein Wert von 4,5 Prozent, in Gesamtdeutschland von 5,1 Prozent erreicht worden. Bei der Zahl der gemeldeten offenen Stellen lasse die Dynamik weiter nach. So seien von Januar bis Juni etwa 88 000 Arbeitsplätze gemeldet worden, berichtete Martin. Im Vergleichszeitraum 2011 seien es allerdings rund 100 000 gewesen. Ein Rückgang um fast zwölf Prozent.

Arbeitslosigkeit in Hessen deutlich stärker

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in Hessen mit einem Plus von 4,2 Prozent deutlich stärker als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre gestiegen, wie Martin weiter erklärte. Insgesamt seien im Juli 182 465 Männer und Frauen im Land arbeitslos gemeldet gewesen. Das seien 7.300 Menschen oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat gewesen. Die Arbeitslosenquote sei um 0,2 Punkte auf 5,8 Prozent geklettert. Der Anstieg im Hochsommer ist durchaus üblich, fiel aber in diesem Jahr stärker aus. Martin wies auf die hohe Zahl junger Arbeitsloser hin. Viele seien noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder warteten auf den Studienbeginn. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre sei die Zahl der Erwerbslosen im Juli um 5600 Betroffene gestiegen, erläuterte Martin.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs erhöhte sich binnen Jahresfrist mit einem Plus von 1,9 Prozent erneut schwächer als im Bund (2,1 Prozent) und in Westdeutschland (2,2).

Die schwächelnde Konjunktur führte auch dazu, dass Betriebe weniger Lehrstellen anbieten. Einer um 5,6 Prozent gewachsenen Bewerberzahl (41.218) stünden im Juli 0,8 Prozent weniger Stellen (34.159) als vor einem Jahr gegenüber. Derzeit seien noch 11 280 junge Menschen als unversorgt gemeldet, ihnen stünden 9 303 Stellen gegenüber. Die Zurückhaltung der Betriebe bei Einstellungen scheine sich auch auf dem Ausbildungsmarkt niederzuschlagen, sagte Martin.

Quelle: op-online.de

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