Mehr Frachtflüge ab Frankfurt trotz Nachtflugverbot

Frankfurt (psh) ‐ Trotz eines sich abzeichnenden dauerhaften Nachtflugverbots weitet Lufthansa Cargo sein Angebot am Frankfurter Flughafen aus - und bietet zusätzliche Frachtflüge nach China und Amerika. Das wurde gestern bei der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Alle Frachtflüge aus Deutschland sollen dabei von Frankfurt aus durchgeführt werden. Die vorübergehend nach Köln/Bonn verlagerten Flüge Richtung Nordamerika und Asien werden ab 25. März ebenfalls in Frankfurt starten.

Kritik am Nachtflugverbot gab es trotzdem. „Die Gefahr, dass Frankfurt die Position als bestes und attraktivstes europäisches Frachtdrehkreuz verliert, ist real“, sagte Lufthansa Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt. Ein absolutes Nachtflugverbot von sechs Stunden täglich sei zudem ein gravierender Wettbewerbsnachteil für Unternehmen am Standort Frankfurt. Allein für Lufthansa Cargo beliefe sich der wirtschaftliche Schaden bei einem dauerhaften Nachtflugverbot auf 40 Millionen Euro jährlich.

Wirtschaftsstandort und Nachtflugverbot vereinbar

Hingegen betonte Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, ein starker Wirtschaftsstandort und das Nachtflugverbot seien miteinander vereinbar. Das zeige die angekündigte Ausweitung des Flugangebots. Der Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann kritisierte: „Die Konzernchefs hatten die Nachtflüge immer als ‚unverzichtbar‘ bezeichnet und vor dem Verlust von Jobs gewarnt. Alle diese Behauptungen erweisen sich jetzt als dummes Zeug.“

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Es sei völlig unglaubwürdig, wenn jetzt die gleichen Sprechblasen benutzt würden, um vor Einschränkungen in den Randstunden zwischen 22 und 23 Uhr und 5 und 6 Uhr zu warnen. Es sei bezeichnend, dass eine Frachtmaschine nach China vier Mal pro Woche um 5.05 Uhr starten soll.

Quelle: op-online.de

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