Positive Entwicklung in Hessen und Offenbach

Mehr Lehrlinge im Handwerk

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Symbolbild

Wiesbaden/Offenbach - Die Handwerker in Hessen und Offenbach haben mehr Lehrverträge abgeschlossen. Gleichzeitig klagen sie aber über Bewerbermangel. Von Marc Kuhn 

Bei den drei hessischen Handwerkskammern Frankfurt-Rhein-Main, Wiesbaden und Kassel sind bis Ende September insgesamt 10.080 neue Lehrverträge eingetragen worden. Das seien über 90 mehr als im Vorjahr, erklärte die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern gestern unserer Zeitung. Diese Zahlen fließen in den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ein. „Das hessische Handwerk ist stolz auf diese tolle Leistung“, erklärte Harald Brandes, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft. „Wir freuen uns, dass es uns trotz aller Schwierigkeiten wieder gelungen ist, rund 10.000 jungen Menschen den Start in eine Karriere mit Lehre zu ermöglichen. “.

In Offenbach seien mehr als 600 neue Lehrverträge unterschrieben worden, berichtete Uwe Czupalla, Geschäftsstellenleiter der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Das seien 44 Verträge mehr als im Vorjahr. In der Stadt Offenbach gab es eine Steigerung um 12,2 Prozent, im Kreis um 2,9 Prozent.

Sorge bereitet allerdings der wachsende Bewerbermangel. „Das Handwerk hat seit Jahren eine gute Konjunktur, es fehlt immer mehr an Nachwuchs“, berichtete Brandes. „Die Auswirkungen des demografischen Wandels, die Konkurrenz zu den industriellen Ausbildungsberufen sowie der Run auf die Hochschulen sind deutlich zu spüren“. Czupalla sagte zur Situation in Offenbach: „Das ist für uns ein Thema.“ Allerdings sprach er von einem zunehmenden Interesse von jungen Leuten an Handwerksberufen. Zuletzt habe es 23 unbesetzte Lehrstellen gegeben.

Auch Brandes wies darauf hin, dass es noch freie Ausbildungsplätze gebe. So seien in den Lehrstellenbörsen der drei hessischen Handwerkskammern mehr als 400 offene Ausbildungsplätze verzeichnet. Das Handwerk brauche Schulabsolventen mit guten Haupt- und Realschulabschlüssen und auch Abiturienten, die sich für eine Ausbildung statt für ein Studium entscheiden.

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Die Integration junger Flüchtlinge könnte nach Meinung der Arbeitsgemeinschaft ein Beitrag in der Nachwuchsgewinnung sein. Flüchtlinge seien im Handwerk willkommen, erklärte Brandes. „Das hessische Handwerk hat seit Jahrzehnten seine Integrationskraft bewiesen, rund zehn Prozent aller Lehrlinge haben einen ausländischen Pass, noch mehr junge Leute kommen aus Migrantenfamilien.“ Zunächst müsse jedoch geklärt werden, welche Voraussetzungen die Flüchtlinge tatsächlich mitbrächten.

Quelle: op-online.de

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