„Clever Card“ gilt ab 1. August automatisch kreisweit

Mehr Mobilität für Schüler in der Region

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Dietzenbach - Die Schüler in der Region werden ab 1.  August mobiler. Denn: Der Kreis Offenbach führt in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) die „Clever Card Kreisweit“ ein. Von Michael Eschenauer

„Wir haben gut und hart verhandelt - mit einem ordentlichen Ergebnis für den Kreis“, quittierte die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) die Neuerung. Die Schüler erwarte ein großer Mobilitätsgewinn. Die Vorteile im Vergleich zur „alten“ Clever Card, die je nach Preisstufe nur über eine begrenzte „Reichweite“ verfügte, hoben auch RMV-Chef Knut Ringat und kvgOF-Geschäftsführer Andreas Maatz hervor.

So gilt die bei Vorauszahlung 280 Euro teure „Clever Card Kreisweit“ künftig als Jahreskarte während der Schulzeit nicht nur in bestimmten Tarifgebieten, sondern in allen Städten und Gemeinden des Kreises und am Flughafen (hier allerdings nur, wenn man die Busverbindung über Neu-Isenburg oder Buchschlag nimmt). Eingeschlossen sind die RMV-Tarifgebiete 35, 36 und 5090, mit Ausnahme der Stadt Offenbach (Tarifgebiet 3601). Für Offenbach, Frankfurt sowie in andere Städte und Tarifgebiete kann eine Anschlusskarte gelöst werden. Im Falle von Fahrten nach Frankfurt oder Offenbach liegt der Aufpreis zwischen 1,05 und 2,20 Euro pro Fahrt je nach Alter des Schülers und Entfernung. Besonders nett: Während der Schulferien gilt die neue Zeitkarte im gesamten RMV-Gebiet.

Jäger wertete gestern die Einführung als Schritt in Richtung einer Einbindung von Offenbach und Frankfurt im Rahmen einer Flatrate. Dies habe Sinn, weil die jungen Leute gerade diese beiden Städte in ihrer Freizeit ansteuern würden. Sie erinnerte daran, dass laut Koalitionsvertrag von CDU und Grünen in Hessen ein landesweites Schülerticket eingeführt werden soll. Ringat bezeichnete die „Clever Card Kreisweit“ als ein Beispiel für das breit gefächerte Angebot des RMV an Spezial-Tarifen. Eine Fortführung der Tarifreform sei zwar beabsichtigt, aber bei einem RMV-Einnahmevolumen von 830 Millionen Euro auch mit erheblichen Risiken verbunden. Deshalb werde man die neue Schüler-Zeitkarte mit Bedacht weiterentwickeln. Ähnliche Angebote gibt es bereits in der Hälfte der hessischen Landkreise. Im Main-Kinzig-Kreis wurde sie noch nicht eingeführt.

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Weitere Infos:

www.kvgOF.de/clevercard-kreisweit

Den Preis des neuen Clever Card-Pakets für den Kreis bezifferte Maatz als „sehr attraktiv“. Für ihn fallen allerdings Einnahmen weg. Früher deckten die vom Kreis Offenbach unter bestimmten Bedingungen bezahlten Clever Cards für Schüler und Auszubildende nur das Tarifgebiet zwischen Schule und Elternhaus ab. Künftig gelten sie kreisweit. Das lässt den Ticketverkauf in der mit Kreisgeldern unterstützten Altersgruppe bis zur 10. Klasse und bis zum 1. Ausbildungsjahr bei Auszubildenden schrumpfen. Man hoffe, so Maatz, durch die Neuerung langfristig Kunden für die öffentlichen Verkehrsmittel im Kreis zu gewinnen und so die Einnahmeausfälle zu kompensieren. Der Kreis, der keine Mehrkosten der kvgOF übernehmen kann, hat mit dem RMV eine Vereinbarung getroffen, wonach dieser für drei Jahre etwaige Mehrausgaben in Folge der „Clever Card Kreisweit“ übernimmt. Im Kreis bekommen 5 000 Schüler die Fahrtkosten vollständig erstattet. 1 000 kaufen die Zeitkarte zur Schule selbst. Von der Neuerung, die es zum Teil auch als „eTicket“ gibt, profitieren auch Oberstufenschüler, die keinen Anspruch auf Kostenerstattung haben. Sie müssen zwar auch in Zukunft selbst zahlen, allerdings kostet sie die Jahreskarte für den gesamten Kreis mit 280 Euro kaum mehr als eine alte Clever Card der Preisstufe 1.

Quelle: op-online.de

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