Mehr Platz für T-Rex und Forscher

Neugestaltung Standort Senckenberg - Vorläufige Planung der Umbaumaßnahme in Bockenheim.

Frankfurt ‐ Wo sich bislang Studenten in Hörsäle zwängten, sollen schon in wenigen Jahren Naturforscher ihrer Arbeit nachgehen - denn mehrere Gebäude der Goethe-Universität in Frankfurt-Bockenheim werden von der Senckenberg Gesellschaft übernommen. Von Julian Fath

Pünktlich zu ihrem 200-jährigen Bestehen im Jahr 2017 werde die renommierte Naturforschungsgesellschaft ihr Museum und Zentrum für Naturforschung für rund 170 Millionen Euro erweitern, kündigte Generaldirektor Volker Mosbrugger gestern an. Für Umbau und Renovierung der bestehenden Gebäude würden vom Bund und dem Land Hessen 117 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Erneuerung des Museums werde von der Senckenberg Gesellschaft mit 50 Millionen Euro selbst getragen, sagte Senckenberg-Präsident Dietmar Schmid.

Die verfügbare Fläche erhöhe sich durch Neubauten und die Übernahme bestehender Gebäude deutlich - von bisher 23.000 auf 37.000 Quadratmeter, so Mosbrugger. Sowohl die Forschung als auch das Museum profitierten von der Erweiterung: Neben der Dauerausstellung, die vor allem für ihre Dinosaurier-Skelette bekannt ist, entstehe viel Platz für Wechselausstellungen. Das Gebäude werde im Westen um einen Anbau mit neuem Haupteingang und Planetarium ergänzt. Eine Schließung des Museums lasse sich während der Baumaßnahmen nicht verhindern, sagte Mosbrugger. Ersatzweise seien Ausstellungen an anderen Orten geplant. Einen gelungenen Auftakt dafür bilde die Sonderausstellung „GigaSaurier“, die aktuell in einer Zelthalle am Güterplatz gastiert. Nach dem Umbau werde das Museum unter dem Motto „Mensch - Erde - Kosmos“ wieder eröffnet. Der Ausstellungsbesucher könne lernen, sich als Teil eines größeren Zusammenhangs zu begreifen. „Wir fühlen uns als etwas Besonderes, sind aber nichts Besonderes“, sagte Mosbrugger.

Der Senckenberg-Ausbau ist Teil einer großflächigen Neuordnung des Campusgeländes. Die Universität bezieht neue Flächen im Westend und am Riedberg. Für Bockenheim ist erst kürzlich eine neue Identität als Kulturcampus entwickelt worden. Nach dem Wunsch der Stadt und des Landes Hessen finden rund um die Bockenheimer Warte zahlreiche Kultur-, Tanz- und Musikstätten eine neue Heimat - darunter das Ensemble Modern und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Die Senckenberg Gesellschaft sehe sich durchaus als Teil dieses neuen Kulturcampus und wolle die Grenzen zwischen Naturwissenschaft und Kultur fließend gestalten, sagte Schmid: „Hier bietet sich die einmalige Chance, ein Pendant zum Museumsufer zu schaffen.“

Die Erweiterungsmöglichkeit in Frankfurt hat sich zur richtigen Zeit ergeben. Denn die Senckenberg Gesellschaft ist in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Inzwischen beschäftigt sie bundesweit bereits 700 Mitarbeiter, betreibt sechs Institute, vier Forschungsstationen und drei Museen. Auch die weltweite Forschungsarbeit wurde kontinuierlich erweitert.

Quelle: op-online.de

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