Auch Offenbach und der Kreis profitieren

Mehr Schulen mit Betreuung nachmittags

Wiesbaden - An immer mehr Grundschulen in Hessen wird eine Nachmittagsbetreuung der Kinder angeboten. Für Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ist die freiwillige Teilnahme am „Pakt für den Nachmittag“ der richtige Weg. Kritiker sprechen von einer Mogelpackung.

Das Ganztagsangebot an Hessens Grundschulen wird ausgebaut. Zum Start der Initiative im laufenden Schuljahr nahmen 57 Grundschulen in sechs Regionen Hessens teil. Zehn weitere Schulträgerregionen mit mindestens 67 Grundschulen werden im kommenden Schuljahr nach Angaben von Minister Alexander Lorz hinzukommen. Damit steige die Zahl auf insgesamt 124 hessische Schulen im Jahr 2016/17. Bereits im zweiten Jahr des Programms sei somit die Hälfte aller Schulträgerregionen dabei. Insgesamt befinden sich laut Lorz im Schuljahr 2016/17 630 Grundschulen in den Ganztagsprogrammen des Landes. Knapp 1200 Grundschulen gibt es in Hessen. Der „Pakt für den Nachmittag“ ist ein freiwilliges Angebot an Hessens Grundschulen für eine verlässliche Betreuung von 7.30 bis 17 Uhr. Dabei stellt von 7.30 bis 14.30 Uhr das Land die Lehrer. Danach übernehmen die Kommunen als Schulträger die Betreuung an den restlichen Stunden.

Für den Ausbau des Betreuungsangebots stellt das Land nach Angaben von Lorz dann weitere 230 Lehrerstellen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Stellenverschiebungen innerhalb des Schulsystems, die zum Teil zu Lasten der gymnasialen Oberstufe gehen. Das Land bleibt nach den Worten des Kultusministers dabei, trotz rückläufiger Schülerzahlen keine Lehrerstellen abzubauen, sondern für Inklusion, Ganztagsbetreuung und Schulsozialarbeit umzuschichten.

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Opposition reicht Ausbau nicht

Lorz setzt bei seinen Plänen für den Ausbau der Nachmittagsbetreuung auf freiwillige Angebote. Die Nachfrage und die Beteiligung an den Grundschulen im Land sei regional sehr unterschiedlich. Während in den Großstädten die Teilnehmerquote bei bis 85 Prozent liege, bewege sie sich in ländlichen Regionen bei 30 Prozent. Das zeige, dass das Konzept richtig sei, Eltern und Schülern die Nachmittagsangebote nicht von oben verpflichtend überzustülpen. Kritik kommt dagegen von der SPD. Bildungsexperte Christoph Degen sprach von einer Mogelpackung. Pakt-Schulen seien keine Ganztagsschulen, sondern lediglich Schulen mit nachmittäglichen Angeboten, für die die Eltern auch noch tief in die Tasche greifen sollen.

Auch zahlreiche Schulen aus der Region, vor allem aus der Stadt Offenbach, sind in Zukunft beim „Pakt für den Nachmittag“ dabei:

  • Offenbach-Stadt: Eichendorffschule, Goetheschule, Hafenschule, Mathildenschule, Grundschule Buchhügel, Beethovenschule
  • Kreis Offenbach: Ludwig-Uhland-Schule (Gravenbruch), Albert-Schweitzer-Schule (Neu-Isenburg)
  • Kreis Darmstadt-Dieburg: Regenbogenschule (Münster), Schule im Angelgarten (Groß-Zimmern) 

dpa/psh/epd

Quelle: op-online.de

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