Änderungen beim Energieausweis

Mehr Transparenz für Mieter

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Der Energieausweis soll Mieter und Käufer von Immobilien über den energetischen Zustand des Gebäudes aufklären. Ab heute muss er Interessenten unaufgefordert vorgezeigt werden.

Frankfurt - Die neue Energieeinsparverordnung tritt heute in Kraft. Sie bringt Änderungen beim Energieausweis und bei Immobilienanzeigen in den Medien. Von Marc Kuhn

Ab 1. Mai wird der Energieausweis zur Pflicht: Potentiellen Mietern und Käufern ist er bei der Besichtigung des Wohnobjekts unaufgefordert vorzulegen. Bisher musste der Energieausweis bei Vermietung oder Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung dem Interessenten erst auf Nachfrage ausgehändigt werden. „Durch das unaufgeforderte Vorlegen des Energieausweises entsteht eine höhere Transparenz über den energetischen Zustand des Objekts“, erklärte Elisabeth Benecke, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Hessen. Zudem muss zukünftig bei Vertragsabschluss dem neuen Mieter oder Hausbesitzer auch ein Exemplar des Energieausweises zur Verfügung gestellt werden.

Informationen über Fachkräfte, die den Ausweis ausstellen können, und über die Kosten gibt es im Internet.

Die neue Energieeinsparverordnung schreibt auch vor, dass ab dem 1. Mai ausgestellte Energieausweise Informationen zur Effizienzklasse von Wohnobjekten beinhalten müssen, teilte die Verbraucherzentrale weiter mit. Ähnlich wie bei Elektrogeräten soll mit Hilfe der Skala A+ bis H der energetische Zustand einer Immobilie bewertet werden, wobei A und B etwa Neubaustandards entsprechen. „Das Ziel dieser Änderungen ist, Verbrauchern eine größere Entscheidungsfreiheit anhand des energetischen Zustands des Wohnobjekts zu ermöglichen“, erklärte Benecke.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hessen hilft bei der Interpretation des Energieausweises und gibt Antwort auf Fragen wie: Welche Energieausweise gibt es und auf welchen hat man als Käufer oder Mieter Anspruch? Wie sind die Ergebnisse des Ausweises zu verstehen? Welche der vorgeschlagenen Modernisierungsmaßnahmen will man angehen? Welche Fördermöglichkeiten werden dafür angeboten?

Informationen

  • Energie-Einsparhilfen in Beratungsstellen und über 40 Energiestützpunkten: Termine und Informationen im Internet.
  • Hessenweites Servicetelefon 0180 5 972010 (0,14 Euro aus dem Festnetz; maximal 0,42 Euro pro Minute aus dem Mobilfunknetz) Es bietet Informationen über alle Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen. Teilweise sind auch Terminvereinbarungen möglich. Aber: Keine Beratung.
  • Telefonische Energieberatung: Mieter und private Hauseigentümer haben die Möglichkeit, über die bundesweit geschaltete Rufnummer 0800 809 802 400 (kostenfrei) direkt den Draht zur anbieterunabhängigen Energieberatung zu nutzen. Die Berater der Verbraucherzentralen sind über diese Rufnummer montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.
  • Die Energie-Checks für Mieter, Eigentümer und Besitzer von Brennwert-Heizungen bieten einen Überblick über den eigenen Energieverbrauch und mögliche Sparpotenziale. Nach telefonischer Terminvereinbarung unter 0800 809 802 400 (kostenfrei) finden ein bis zwei Termine vor Ort statt. Je nach Check belaufen sich die Kosten auf 10 bis maximal 30 Euro.

Wichtige Änderungen ergeben sich auch für Inserenten, die Anzeigen für Wohnungen und Häuser aufgeben. In Anzeigen für den Verkauf, die Vermietung, die Verpachtung oder das Verleasen von Wohngebäuden in Medien müssen künftig folgende Angaben enthalten sein, falls für die Immobilie bei Schaltung der Anzeige ein Energieausweis vorliegt:

  • die Art des Ausweises - Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis (Ausweise zum Beispiel bei Neubauten sind auf der Grundlage des Energiebedarfs, der aus den Daten des Gebäudes errechnet wird, zu erstellen. Für bestehende Gebäude können Ausweise auch auf der Grundlage des gemessenen Verbrauchs der letzten drei Jahre erstellt werden)
  • den im Energieausweis genannten Endenergiebedarfs- oder Endenergieverbrauchswert für das Gebäude
  • die im Energieausweis genannten Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  • das im Energieausweis genannte Baujahr
  • die im Energieausweis genannte Energieeffizienzklasse.

Bei Anzeigen für Gebäude, die nicht bewohnt werden, müssen folgenden Angaben gemacht werden, falls bei Schaltung der Anzeige ein Ausweis vorliegt:

  • die Art des Ausweises - Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis
  • den im Energieausweis genannten Endenergiebedarfs- oder Endenergieverbrauchswert für das Gebäude sowohl für Wärme als auch für Strom getrennt
  • die im Energieausweis genannten Energieträger für die Heizung des Gebäudes.

In den Anzeigen ist die Verwendung von Abkürzungen erlaubt. Sollte zum Zeitpunkt der Schaltung kein Energieausweis vorliegen, müssen die Angaben nicht in der Anzeige aufgeführt werden.

Quelle: op-online.de

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