Merz sieht in Wirtschaftskrise auch Chancen

Frankfurt - Wahre Schönheit kommt von innen - mit Merz-Spezialdragees sind die Frankfurter berühmt geworden.

Doch längst hat das traditionsreiche Familienunternehmen seine Angebotspalette kräftig ausgebaut. „Unser Schwerpunkt ist Alzheimer“, sagt Martin Zügel, Sprecher der Geschäftsführung, unserer Zeitung in Frankfurt. „Wir sind als klassische pharmazeutische Firma unterwegs.“ Dabei konzentriere sich sein Haus auf Gebiete, in denen besonderer Bedarf erkennbar sei. So nehme beispielsweise die Zahl der Demenzkranken in der alternden deutschen Bevölkerung stark zu. Deshalb konzentriert sich Merz unter anderem auf Medikamente für neurologische und psychiatrische Krankheiten. Hergestellt werden die Produkte in Reinheim im Odenwald und in Dessau.

Unter dem Dach der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Frankfurt ist der Bereich Pharma zwar am umsatzstärksten. Merz verdient sein Geld aber auch mit Verbraucherprodukten und Werbeartikeln, wie Zügel erklärt. Das Unternehmen vertreibt Medikamente, die zur Behandlung von Narben, Akne, Haarausfall oder Pilzerkrankungen eingesetzt werden. Das Sortiment tetesept umfasst Gesundheits- und Erlebnisbäder, Duschprodukte, Selbstmedikationspräparate sowie Vitamine und Mineralstoffe. Die Merz Dental GmbH ist ein Spezialist für zahntechnische und zahnärztliche Produkte. Der Bereich Hygiene hat sich auf den Verkauf von Desinfektions-, Reinigungs- und Pflegepräparaten für Kliniken, Praxen und Labore spezialisiert.

Für die weltweit engagierte Merz-Gruppe mit mehr als 2 200 Angestellten, fast 450 arbeiten in Frankfurt, sei die Forschung extrem wichtig, berichtet Zügel. „Wir investieren in einem schwierigen Umfeld, um aus der Wirtschaftskrise gestärkt hervorzugehen“, erläutert der Manager. Bei den Werbeartikeln spüre Merz die Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs bereits massiv. Im Pharmabereich würden die Gesundheitsreformen der Firma zu schaffen machen. Dennoch zeigt sich Zügel für das seit Juni laufende Geschäftsjahr zuversichtlich und erwartet ein „gut einstelliges Wachstum“. „Wir wollen in der Krise auf die richtigen Themen setzen und die Marken stärken.“

Zulegen wollen die Frankfurter nicht nur Deutschland, sondern auch über ihre Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Spanien und den USA. Zu den Zukunftsmärkten zählt Zügel vor allem Osteuropa mit Russland und auch Mexiko.

Die Entwicklung des Unternehmens untermauert seien Optimismus. Das Geschäftsjahr 2007/2008, in dem Merz das 100-jährige Jubiläum feierte, ist nach Firmenangaben das bisher beste gewesen. Der Umsatz sei um 14 Prozent auf mehr als 610 Millionen Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern habe sich um 11,6 Prozent auf mehr als 128 Millionen Euro erhöht.

Quelle: op-online.de

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