Tödliche Messerstiche

Tumulte im Gericht: Sieben Jahre Haft für sinnlose Tat

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Frankfurt - Ohne ersichtlichen Grund ersticht ein heute 19-Jähriger im vergangenen August. Nun muss er für die Tat sieben Jahre in Haft.

Nach einer tödlichen Messerattacke in einem Streit unter Jugendgruppen ist heute ein 19-jähriger in Frankfurt zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht ging von Totschlag aus und verhängte aufgrund der fehlenden Reife des Angeklagten eine Strafe nach Jugendstrafrecht. Der Angeklagte hatte das 21 Jahre alte Opfer im August vergangenen Jahres in der Frankfurter Innenstadt mit einem Stich ins Herz getötet.

Während der Urteilsbegründung kam es wieder zu Auseinandersetzungen im Gerichtssaal. Der als Nebenkläger vor Gericht vertretene Bruder des Opfers rief zum Angeklagten: "Der nächste bist du, du Bastard" und wurde deshalb vom weiteren Sitzungsverlauf ausgeschlossen. Bereits bei einem früheren Verhandlungstag hatten Freunde des Opfers einen Zeugen aus dem Umfeld des Täters attackiert, 28 Personen waren vorübergehend festgenommen worden. Die Mutter des Getöteten rief daraufhin zur Besonnenheit auf

Das Opfer war in der Tatnacht ohne nachvollziehbaren Grund getötet worden. Nachdem sich der Streit zwischen den beiden Gruppen, die sich kurz zuvor zufällig über den Weg gelaufen waren, schon erledigt hatte, "entschloss sich der Angeklagte zum Einsatz des Messers, egal gegen wen", sagte Vorsitzender Richter Ulrich Erlbruch. "Der Angeklagte hatte zu keinem Zeitpunkt zu fürchten, irgendwie zu Schaden zu kommen". Motiv des Messereinsatzes seien ausschließlich "Frustabbau und Imponiergehabe" gewesen. In der Nähe hielt sich auch die Freundin des Angeklagten auf.

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

Als der Richter die einzelnen Verletzungen aufführte, denen das Opfer erlegen war, begann die Unruhe im Gerichtssaal. Schließlich sammelten sich die Sympathisanten des Getöteten vor dem Gerichtsgebäude, die den Täter beschimpften. Im Strafmaß hielt sich das Gericht an den Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte die Höhe der Strafe in das Ermessen des Gerichts gelegt.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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