Meterhohe Feuersäulen

Mit Disturbed und Avenged Sevenfold durch den Metal-Orkan

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Große Gesten: Disturbed-Sänger David Draiman in der Frankfurter Festhalle.  

Frankfurt -  Viel hilft viel – am Sonntagabend zeigen die beiden Metalbands Disturbed und Avenged Sevenfold, dass diese Binsenweisheit ausnahmsweise zutrifft. Was dem HNO so gar nicht gefällt, freut die knapp 8 500 Fans in der ausverkauften Frankfurter Messehalle umso mehr. Von Nikolas Sohn 

Am Ende mehrerer Stunden Heavy Metal US-amerikanischer Prägung ist das Gehör zwar etwas tauber, aber dafür scheint die Seele geläutert. Die 1996 gegründeten Disturbed starten mit meterhohen Feuersäulen. Sänger David Draiman führt unter stampfenden Rhythmen mal bedächtig, mal mit weit ausladenden Armen und in jedem Fall stimmgewaltig durch das gesamte Schaffen der Band: „The Game“, „Liberate“, „Stupify“. Das von Paul Simon gelobte und von vielen Radios geliebte Simon & Garfunkel--Cover „The Sound Of Silence“ taucht die Festhalle in ein Meer aus Smartphones und Feuerzeugen. Band und Fans zelebrierten den Klassiker salbungsvoll. Disturbed stampft weiter durch den Metal-Orkan. „Are you disturbed?“ („Seid ihr gestört?“), schmettert Draiman. „Ja!“ kommt es aus dem Publikum. Disturbed beenden ihren Teil des Abends kaum überraschend mit dem Gassenhauer „Down With The Sickness“.

Avenged Sevenfold sind da agiler – vermutlich weil noch etwas jünger. Und melodischer. Für eine klassisch orientierte Metalband kommt Frontmann M. Shadows mit Baseball-Cap, Holzfällerhemd und Sonnenbrille eher untypisch rüber. Den zahlreichen Damen ist’s egal, Kreischen setzt ein. Shadows wirbelt wie einst Iron Maidens junger Bruce Dickinson auf jedem freien Zentimeter der Bühne.

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Auch gesanglich scheint der 35-Jährige beim Altmeister in die Lehre gegangen. „The Stage“ vom gleichnamigen aktuellen Album zeugt nebst opulent einsetzendem Lichtspektakel vom virtuosen Können der Band. Vom Magazin „Rolling Stone“ als die „Neuen Heavy Metal Götter“ benannt, können sie das anfänglich hohe Niveau größtenteils beibehalten.

Quelle: op-online.de

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