IG Metall warnt vor Schwarz-Gelb

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Für Rot-Grün oder Rot-Rot-Grün wollte sich die IG Metall in der Frankfurter Commerzbank-Arena nicht aussprechen, warnte aber vor Schwarz-Gelb.

Frankfurt - Bei einer Großveranstaltung in der Frankfurter Commerzbank-Arena hat die IG Metall drei Wochen vor der Bundestagswahl ihre Warnungen vor einer schwarz-gelben Koalition massiv verstärkt.

Die Gewerkschaftsspitze vermied am Samstag vor rund 50 000 Mitgliedern in dem Fußballstadion zwar eine ausdrückliche Wahlempfehlung. Doch lobte IG-Metall-Chef Berthold Huber demonstrativ die Vorschläge von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für eine künftige Regierungspolitik. Die Großveranstaltung, an der auch der irische Rockstar Bob Geldof und der deutsche Rapper Samy Deluxe teilnahmen, stand unter dem Motto „Macht Politik für die Mehrheit der Menschen“.

Nach einer Kundgebung in der Innenstadt versammelten sich die Metaller in der Commerzbank-Arena, um ein politisches Signal nach Berlin zu senden: „Wir sehen eine unglaublich große Diskrepanz zwischen den Themen, die die Menschen berühren, und denen, die im Wahlkampf der Parteien behandelt werden“, sagte Huber. Die wichtigen Debatten seien nicht jene über Geburtstagsfeiern für Spitzenbanker im Kanzleramt oder die korrekte Nutzung von Minister-Dienstwagen, sondern jene über die Sicherheit von Arbeitsplätzen und über die Frage, wer nach dem 27. September die Zeche für die Finanzkrise bezahle, erklärte der Gewerkschaftsvorsitzende, der sich in seiner Rede klar positionierte: „Ich begrüße ausdrücklich Pläne und Vorschläge des SPD-Kanzlerkandidaten, mit Investitionen in Umwelt, Verkehr und Bildung bis zu vier Millionen Arbeitsplätze zu schaffen.“

Huber betonte, er halte ein Regierungsbündnis aus CDU/CSU und FDP für die schlechteste aller Regierungskonstellationen für die kommenden vier Jahre. Die Wegbereiter der Finanzkrise dürften nicht daraus Kapital schlagen und am Ende als Gewinner triumphieren: „Diese neoliberale Politik, dieser marktradikale Irrsinn muss auf dem Misthaufen der Geschichte entsorgt werden.“ Einer weiteren Demontage des Sozialstaates werde die IG Metall nicht tatenlos zusehen.

Bereits am Dienstag hatte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer nach einem Treffen von Gewerkschaftschefs mit Steinmeier gesagt, im Falle eines Wahlsiegs von Union und FDP stehe zu befürchten, dass „Gelb als Katalysator für alles Neoliberale“ wirken werde.

AP

Quelle: op-online.de

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