Metallbranche kämpft um jeden Job

Frankfurt - Die Lage der hessischen Metall- und Elektroindustrie ist zwar dramatisch. Dennoch sehen Branchenvertreter Gründe für leichte Zuversicht. Zwei Drittel der Unternehmen würden ihre Geschäftslage als schlecht oder sehr schlecht bewerten, ein Drittel als befriedigend bis gut, sagte der Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, Volker Fasbender, gestern in Frankfurt bei Vorlage des Frühjahrsgutachtens.

Die Hälfte der Firmen erwarte eine weitere Verschlechterung bis Herbst. Zwei Drittel der Betriebe nutzten in diesem Frühjahr sogenannte Anpassungsmöglichkeiten, vor allem Kurzarbeit. 80 Prozent würden es bis zum Herbst sein.

„Überbrückungsmaßnahmen wählt nur, wer auf der andren Seite der Brücke weitergehen möchte“, erklärte Fasbender. „Wer diese Einschätzung nicht hat, baut keine Brücke, sondern sucht flussabwärts eine niedrige Furt.“ Die Unternehmen kämpfen um jeden Job und wollen ihre Stammbelegschaften auch in der Krise halten, wie Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, berichtete.

Die Auftragsbestände seien verglichen mit dem Herbst bei fast 80 Prozent der Firmen geringer ausgefallen, erläuterte Fasbender. Bei 16 Prozent seien sie unverändert, fünf Prozent hätten größere Bestände gemeldet. Für das nächste Halbjahr würden die Firmen mit einer weiteren deutlichen Verschlechterung rechnen. Zwei Drittel von ihnen bezeichneten die Umsatzlage als zu gering. 27 Prozent der Unternehmen gingen von ausreichenden Umsätzen aus, lediglich fünf Prozent würden von verhältnismäßig großen Umsätzen sprechen. In den nächsten sechs Monaten rechnen 43 Prozent mit weiteren Einbrüchen, 48 Prozent mit eher gleich bleibenden Umsätzen, wie Fasbender erläuterte.

Ihre Investitionen hätten fast 60 Prozent der Betriebe im Vergleich zum Herbst zurückgefahren, bei knapp 20 Prozent seien sie unverändert geblieben. Für die Zeit bis Herbst gingen mehr als die Hälfte der Unternehmen von eher gleichbleibenden Investitionen aus. „Krisenpanik sieht anders aus“, erklärte Fasbender.

Weidemann sagte, die Betriebe würden zwar weniger investieren als noch vor einem Jahr. „Aber sie investieren.“ In anderen Ländern würden Firmen viel schneller und in viel größerem Stil Stellen abbauen. Die Flexibilität, die Tarifverträge und die Möglichkeiten der Kurzarbeit bieten würden, sei ein entscheidender Standortvorteil, erklärte der Verbandsvorsitzende weiter.

Quelle: op-online.de

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