400 Meter für Porsche und Co.

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Über 400 Meter lang sind die drei Rennbahnen des „Tollhaus“ insgesamt. Nach Angaben der Eigentümer ist die Anlage einzigartig in der Bundesrepublik.

Bad Vilbel ‐ Wer kennt sie nicht, die Modellautos der Marke Carrera? Kleine Flitzer, meist im Maßstab 1:24 oder 1:32, die durch Führungsschlitze – sogenannte „Slots“ - sausen. Mit kleinen Stromabnehmern unten, sind die schnittigen Rennwagen ein Spielzeug, das seit Anfang der 60er Jahre nicht nur die Herzen der Kleinen in den Kinderzimmern höher schlagen lässt, sondern oft auch die der Papas. Von Jens Dörr

„Carrera ist ein Lebensgefühl für Jung und Alt“, bringt es Heike Schmidt, Marketing-Mitarbeiterin des „Tollhaus“ in Bad Vilbel-Dortelweil, auf den Punkt.

Das „Tollhaus“ ist seit einigen Wochen derjenige Ort im Raum Frankfurt, wo Junge und Junggebliebene diesem Lebensgefühl frönen dürfen. Seit kurzem gibt es dort einem 2500 Quadratmeter großen Indoor-Spielplatz, die „Carrera Rennarena“. Auf mehr als 400 Metern Spurlänge können sich Vater wie Sohn austoben, verteilt auf drei Bahnen und 18 Spuren. In Kleinarbeit ist eine Rennbahn entstanden, die nach Angaben der Betreiber – das „Tollhaus“ ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen – im Rhein-Main-Gebiet einzigartig ist. „Das können wir sogar sicher sagen“, erklärt Marketing-Frau Schmidt. Selbst im Rest der gesamten Bundesrepublik habe man nichts Vergleichbares gefunden.

Mehrere Wochen lang habe das „Tollhaus“-Team an der Bahn gearbeitet, sagt Schmidt. Größte Herausforderung: das Elektronik-Problem. Denn auf normalen Carrera-Bahnen erhalten alle Spuren Strom oder gar keine. Das darf in der „Rennarena“ des „Tollhaus“ nicht sein: Nur bestimmte der jeweils sechs parallel verlaufenden Spuren sollen „Saft“ bekommen – diejenigen, die der Kunde mit einer Chipkarte scharf macht. Die Karte muss er zuvor beim „Tollhaus“-Team kaufen – zehn Minuten Fahrspaß kosten zum Beispiel zwei, eine ganze Stunde sieben Euro.

Erst zahlen, dann den PS-starken Boliden aufsetzen und Gas geben: Die „Carrera Rennarena“ ist was für kleine und große Jungs.

Der fahrbare Untersatz ist dabei inklusive – und die Auswahl groß: Nicht nur mit dem Ferrari im stilechten Rot darf der Carrera-Fan durch die „Slots“ heizen, zur Verfügung stehen auch außergewöhnliche Fahrzeuge wie Limousinen oder Feuerwehrautos. Stehen die Kontrahenten erst einmal in der Spur, kann das Rennen beginnen: Auf Bildschirmen werden etwa Rundenzeiten, Rundenanzahl und der Streckenrekord angezeigt, so dass niemand den Überblick verliert. Schummeln unmöglich – die Technik lässt sich nicht bestechen. Gesteuert werden alle drei Bahnen, die in Form einer riesigen Acht daherkommen, von einem Mischpult aus. Die Stromstärke der Spuren könne individuell eingestellt werden, sagt Heike Schmidt. So lassen sich verschiedene Schwierigkeitsgrade für die Kontrolle mittels Steuerknüppel erzeugen – und die Autos fliegen mal mehr, mal weniger rasch aus der Kurve.

Eine Besonderheit soll in kurzer Zeit ebenfalls fertig gestellt werden, nachdem allgemeine technische Anlaufschwierigkeiten gemeistert sind: „Wir wollen ermöglichen, dass die drei Bahnen über einsetzbare Brücken miteinander verbunden werden“, sagt Schmidt. So würde sich die ohnehin respektable Länge der Strecken verdreifachen. Zurzeit arbeite man noch an der Software.

Diese Erweiterung soll dazu beitragen, gerade auch abends Gruppen erwachsener Carrera-Anhänger ins „Tollhaus“ zu locken. Bislang klappe das schon in Ansätzen, wenn die Mehrzahl der Kunden auch noch Kinder seien. Das Einzugsgebiet habe einen Radius von rund 50 Kilometern um Bad Vilbel herum; pro Jahr kämen – zur Nutzung des gesamten „Tollhaus“-Angebots – mehr als 80.000 Menschen. Mit der „Rennarena“ hoffen die Betreiber auf weitere Besucherströme.

Quelle: op-online.de

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