Miese Noten für Hessen in Kita-Studie

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Offenbach - Die Bildungschancen von Kleinkindern sind nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung abhängig von der Anzahl der Erzieher in Krippen. Aber auch die Betreuungsform spiele eine wichtige Rolle. Dabei fällt ein Schatten auf Hessen.

Kindergärten und -krippen in Hessen sind einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge personell schlechter ausgestattet als der Durchschnitt der West-Länder. Fast 20 Prozent der U3-Kinder gehen in Gruppen für Kinder unter vier Jahren, in denen sich eine Erzieherin rein rechnerisch um 4,1 Zöglinge kümmern muss. 13,6 Prozent besuchten altersübergreifenden Gruppen, in denen auf eine Kraft 6,2 Kinder kommen. Gut 14 Prozent der Kita-Kinder unter drei Jahren müssen sich in für Zweijährige geöffneten Kindergartengruppen damit begnügen, dass im Schnitt eine Erzieherin für 8,5 Kinder zuständig ist. Die Stiftung selbst empfiehlt drei Kinder pro Kraft. „Es fehlt an Erzieherinnen“, so die Autoren. Sie weisen darauf hin, dass es für die frühkindliche Bildung von entscheidender Bedeutung ist, wie viele Kinder eine Erzieherin zu betreuen hat. Die Hälfte der hessischen Kita-Kinder unter drei Jahren besuchte keine Krippe, sondern andere Gruppenformen mit noch schlechteren Bedingungen.

Mit Blick auf den von August an geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger: „Der notwendige Ausbau der Kita-Plätze darf nicht zulasten der Qualität gehen. Die große Mehrzahl der unter Dreijährigen findet in Hessen schon heute alles andere als optimale Bedingungen.“ Laut der Untersuchung zeigen Studien, dass bessere Personalschlüssel sich positiv auf die sprachlich-kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Kinder auswirkten.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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