„Mieten steigen in Hessen weiter an“

Frankfurt - Weiter steigende Mieten auch in Hessen erwarten Makler und Immobilienberater. Eine „seit 2001 absolut verfehlte Politik" habe zu einem Rückzug der Investoren geführt, sagte Stephan Schlocker vom Immobilienverband Deutschland (IVD) gestern in Frankfurt.

Die Organisation beklagt „verheerende Folgen der Mietrechtsnovellierung“ und ein kompliziertes Mietrecht. In Deutschland würden jährlich 450 000 neue Wohneinheiten benötigt, erklärte Schlocker. Gebaut würden aber nur 260 000. Für das Rhein-Main-Gebiet liegen dem IVD zwar keine Zahlen vor. Nach den Worten von Schlocker ist die Entwicklung indes ähnlich. Wegen des knappen Angebots würden die Mieten steigen.

In diesem Jahr liegen die Mieten in Frankfurt nach Angaben des Verbands bei einem sogenannten mittleren Wohnwert meist bei 7,80 Euro pro Quadratmeter. In Offenbach müssen Mieter 6,30 zahlen, in Hanau 6,80 Euro. In einem Neubau müssen in Frankfurt 9 Euro, in Offenbach 7,50 Euro und in Hanau 8 Euro gezahlt werden.

Schlocker betonte, die Bereitschaft von potenziellen Bauherren für Investitionen sei vorhanden. Er kritisierte allerdings das Verhalten der Kreditinstitute als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise scharf. Es gebe „Auflagen bei den Banken, die am Markt nicht mehr realisierbar“ seien.

Wegen der negativen Auswirkungen der Krise auf andere Anlageformen rechnet der Verband mit positiven Impulsen für den Haus- und Wohnungsmarkt. „Immobilien sind die Investition der Zukunft“, sagte Schlocker. Sie zeichneten sich durch „Preisstabilität, in Teilbereichen sogar durch Steigerungen“ aus.

Die Tendenz zum selbst genutzten Eigenheim wird nach Ansicht des IVD zudem durch eine wieder steigende Inflation und die hohe Sparquote der Deutschen gefördert. Deshalb erwartet Schlocker, „dass Immobilien im Zuge der Finanzkrise eine gute Nachfrage erfahren“.

Die Situation in Deutschland ist nach Einschätzung des IVD gänzlich anders als in den USA, wo die Wirtschaftskrise auf dem Immobilienmarkt ihren Anfang genommen hatte. So sei die Finanzierung hierzulande im Gegensatz zu Amerika „sehr, sehr konservativ“.

Die Preise für Reihenhäuser sind in den vergangenen Jahren in der Region relativ konstant geblieben, wie Schlocker berichtete. In Frankfurt müssten ungefähr 280 000 Euro, in Offenbach 210 000 Euro und in Hanau 180 000 Euro gezahlt werden. Bei einer Eigentumswohnung in Frankfurt mit mittlerem Wohnwert kostet der Quadratmeter meist 1 400 Euro. In Offenbach müssen 1 050 Euro und in Hanau 800 Euro gezahlt werden.

Bei Eigentumswohnungen rechnet Schlocker ab 2010/2011 mit Preissteigerungen. Grund sei die sinkende Zahl von Neubauten.

Quelle: op-online.de

Kommentare