Frankfurt als Jobmotor der Region

55 Milliarden Euro Wertschöpfung

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Frankfurt - Frankfurt bleibt mit 60.000 Unternehmen der Jobmotor der Region. Im vergangenen Jahr kamen 6500 neue Arbeitsplätze hinzu. Von Michael Eschenauer 

Die kommunale Wirtschaftsförderung versucht mit einem Budget von 4,2 Millionen Euro und 43 Mitarbeitern dazu beizutragen, dass die Lage sonnig bleibt.

Die gestern von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) und der neuen Geschäftsführerin Anja Obermann vorgelegte Bilanz der Wirtschaftsförderung umfasst 2252 Anfragen von Unternehmen, 543 Stellungnahmen für verschiedene Ämter und Dezernate sowie die Unterstützung von 29 Firmen bei der Ansiedelung in der Stadt. OB Feldmann unterstrich den Willen zur Kooperation mit der Region. Sowohl die Neueintritte mehrerer Städte in die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Frankfurt RheinMain (FRM) als auch die gute Resonanz auf die regionalen Vorstöße Frankfurts zeigten, dass die Mainmetropole trotz ihres Mottos „Alles nehmen, was geht“ nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werde. Frank sieht zwar eine Konkurrenzsituation, am Ende aber profitiere die Region insgesamt durch den Willen eines jeden, die Bedingungen für Firmen im eigenen Ort zu verbessern.

Frankfurt brummt weiterhin: Die erbrachten Dienstleistungen und produzierten Waren hatten 2011 einen Wert von 55 Milliarden Euro. Die Tendenz ist steigend (plus 3,7 Prozent). Die Produktivität stieg von 83 300 Euro pro Erwerbstätigem im Jahre 2010 auf 85 300 in 2011. Bei den Großstädten über 150 000 Einwohner ist das der Spitzenplatz. Die Zahl der jährlichen Firmengründungen liegt bei 2000 bis 2500. Frank wies darauf hin, dass die Wirtschaftsförderung ihr Hauptgewicht auf die Betreuung kleiner und mittelgroßer Firmen lege. Denn: „80 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter“. Man sehe sich, so Frank, als „Kümmerer“ - auch wenn es um Probleme mit der Verwaltung gehe. In Arbeit ist ein „Masterplan Industrie“. Hier soll mit Hilfe einer Umfrage unter 100 Industriebetrieben herausgearbeitet werden, wo der Schuh drückt. Feldmann: „Die Industrie ist mit über einem Drittel des Gewerbesteueraufkommens immer noch sehr präsent.“

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Nach der Analyse der Wirtschaftsförderer ist der Finanzplatz Frankfurt bisher von Stellenstreichungen weitgehend verschont geblieben. Der Abbau liege seit der Finanzkrise 2008 bei fünf Prozent. In London habe er 30 Prozent erreicht. Die Experten erwarten, dass die Zurückhaltung der Anleger, die Niedrigzinsphase sowie zusätzliche Kosten als Folge neuer Regulierung die Banken zwingen werden, weiter Personal abzubauen. Dies gehe einher mit der Reduzierung des Filialnetzes. Die Ansiedelung der Bankenaufsicht der EU, was 1000 neue Jobs bringe, sowie das geplante Handelszentrum für die chinesische Währung Renminbi könnten diese eher negative Entwicklung abbremsen, so Frank. Allerdings sieht er auch für die Stadt eine „komplizierte Situation“. Man werde den Stand der Beschäftigung in diesem Sektor wohl halten, unter Umständen sogar leicht steigern können.

Wichtigster Beschäftigungszweig in Frankfurt sind die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 73 709 Stellen (2012: 74 825), gefolgt von Verkehr und Lagerei mit 73 153 Jobs (72 747) und den Freiberuflern sowie den Stellen im wissenschaftlichen und technischen Dienst mit 56 012 Jobs (54 624). Auf Platz vier: „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ mit 51 963  Stellen (49 571).

Quelle: op-online.de

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