Milliarden fließen in Flüsse

Wiesbaden (dpa) ‐ Mit Milliardenaufwand sollen Flüsse und Seen in Hessen in den kommenden zwei Jahrzehnten wieder in einen guten, naturnahen Zustand versetzt werden.

Die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2027 sei das „anspruchsvollste Projekt in der Geschichte der Wasserwirtschaft“, sagte Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) gestern in Wiesbaden. Sie will die Ziele am morgigen Dienstag mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Umweltverbänden in Buseck (Kreis Gießen) diskutieren. Die Maßnahmen werden Land, Kommunen und private Landbesitzer bis 2027 rund zwei Milliarden Euro kosten.

Hessen hat nach Ministeriumsangaben 1350 Bäche und Flüsse sowie 770 Seen und Teiche. „Wir fangen nicht bei Null an, sondern bauen auf den unbestreitbaren Erfolgen auf, die wir im Gewässerschutz in Hessen bereits erzielen konnten“, sagte Lautenschläger. So sei allein für eine Verminderung von Phosphor und Stickstoff in den Gewässern während der vergangenen 10 Jahre in Hessen eine Milliarde Euro in den Ausbau der Kläranlagen investiert worden.

„Durchgängigkeit der Gewässer für Lachse wiederherstellen“

Nach einer Bestandsaufnahme sieht das Programm vor, dass Gewässer und Auen wieder naturnah gestaltet werden und die Verunreinigung durch Nährstoffe aus der Landwirtschaft gesenkt wird. „Für Wanderfischarten wie den Lachs wollen wir außerdem die Durchgängigkeit der Gewässer wiederherstellen“, sagte die Ministerin.

Die Entwürfe für den Wasserbewirtschaftungsplan sind bereits ein halbes Jahr lang offen ausgelegt offen, es gab regionale Informationsveranstaltungen. Alle betroffenen Behörden, Institutionen, Unternehmen und private Landbesitzer würden an der Planung beteiligt, erklärte Lautenschläger. Die Maßnahmen setzten auf Freiwilligkeit, regionale Besonderheiten würden beachtet.

Die Länge der Fließgewässer in Hessen beträgt zusammen 21 500 Kilometer.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio

Kommentare