Ministerium drohte Durchsuchung

Wiesbaden - Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat Gerüchte zurückgewiesen, wonach es im Zusammenhang mit der European Business School (EBS) eine Durchsuchung im hessischen Wissenschaftsministerium gegeben habe.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hartmut Ferse, sagte gestern, ein bereits im Februar erwirkter Durchsuchungsbeschluss habe nicht umgesetzt werden müssen, da die Ermittler die gewünschten Unterlagen auch so bekommen hätten.

In dem Fall geht es um Ermittlungen gegen den ehemaligen Präsidenten der Elite-Hochschule, Christopher Jahns. Der 41-Jährige, der im April geschasst worden war, steht unter dem Verdacht der Untreue. Ihm wird vorgeworfen, rund 180 000 Euro zu Lasten der Hochschule in eigene Firmen umgeleitet zu haben. Gegen seinen Rausschmiss wehrt sich der Ex-Präsident in zwei Gerichtsverfahren. Die Ermittlungen gegen ihn sind laut Ferse noch nicht abgeschlossen.

Am Mittwoch hatte das Wissenschaftsministerium nach einer externen Untersuchung durch Wirtschaftsprüfer berichtet, dass an der Hochschule Fördergelder des Landes zweckentfremdet worden seien. Die EBS, die ihren Hauptsitz früher in Oestrich-Winkel hatte, erhielt in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 17 Millionen Euro vom Land für den Aufbau einer juristischen Fakultät in Wiesbaden. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) will nun von den Zuschüssen für diesen Zeitraum mindestens 800.000 Euro zurück. Dieser Betrag könnte sich noch erhöhen, weil Positionen im Umfang von 666.000 Euro noch genauer überprüft werden müssten.

In ihrem 89 Seiten langen Bericht hatten die Prüfer eine Liste von Verfehlungen der Hochschule vorgelegt. Dabei ging es um eine Vielzahl von Einzelbeträgen. So soll Personal, das nur teilweise für den Aufbau der Jura-Fakultät tätig war, mit einem zu hohen Anteil in die Förderung eingerechnet worden sein. An anderen Stellen fehlten Belege über eine Auftragserteilung.

dpa

Quelle: op-online.de

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