Vom Ministerium erteilt

Abbau-Genehmigung für Atomkraftwerk Biblis

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Wiesbaden/Biblis - Nun ist das Ende des Atomkraftwerkes Biblis offiziell. Das Ministerium erteilte eine Abbaugenehmigung. Bis alles fertig ist, dauert es aber noch Jahre.

Das stillgelegte Atomkraftwerk Biblis kann wie erwartet abgebaut werden. Das hessische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde hat dem Betreiber RWE dafür die Genehmigung gegeben. "Die Atomenergie in Hessen gehört ab heute der Vergangenheit an", teilte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden mit. "Mit dem Rückbau kann ab sofort begonnen werden. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist damit unumkehrbar", sagte sie. Gefahr drohe keine. "Für Mensch und Umwelt sind keinerlei Beeinträchtigungen zu erwarten." Für den Abbau des Kraftwerkes sind mindestens 15 Jahre veranschlagt. Das Atomkraftwerk war 2011 nach der Katastrophe von Fukushima erst für drei Monate und dann für immer abgeschaltet worden. Die Blöcke A und B waren 1974 und 1976 in Betrieb genommen worden.

Der Block A des Kraftwerkes ist schon frei von abgebrannten Brennstäben. Die letzten waren im November 2016 abtransportiert worden. Im Block B sollen 2018 keine Brennelemente mehr sein. RWE teilte mit, die Genehmigung sei ein wichtiger Meilenstein für die Stilllegung. "Wir sind gut vorbereitet, um mit dem sicheren Abbau beginnen zu können", erklärte Kraftwerksleiter Horst Kemmeter. "Wir haben das Ziel vor Augen, in rund 15 Jahren die vorhandenen Gebäude aus dem Atomgesetz zu entlassen." Die Grünen-Fraktion im Landtag in Wiesbaden zeigte sich erfreut. "Heute ist ein großer Tag für alle, die seit Jahrzehnten für den Ausstieg aus der hochriskanten Atomenergie streiten", meinte die energiepolitische Sprecherin Angela Dorn.

Im benachbarten Rheinland-Pfalz hat der Abbau des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich bei Koblenz schon begonnen. Der 1300-Megawatt-Reaktor Mülheim-Kärlich war bereits 1988 nach nur 13-monatigem Betrieb für immer vom Netz gegangen - nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts. Die Erdbebengefahr war bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden. Erstmals soll in den nächsten Monaten der seit 2004 laufende Abriss des Kraftwerks auch von außen deutlich sichtbar werden. Zuerst verschwinden fünf Gebäude für die Aufbereitung von Rheinwasser sowie das Notstandsgebäude, wie der Energiekonzern RWE am Donnerstag mitteilte. Vermutlich im Juni beginne auch der Abriss des weithin sichtbaren Kühlturms, der mit 162 Metern höher ist als der Kölner Dom. Der spiralenförmige Abbau von oben soll sich hier bis 2018 hinziehen. (dpa)

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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