CDU kürt Spitzenkandidaten

Volker Bouffier rechnet mit Rot-Grün ab

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Alsfeld - Mit einer sehr kämpferischen Rede hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die knapp 300 Delegierten des Landesparteitages in Alsfeld (Vogelsbergkreis) am Samstag auf den Wahlkampf eingestimmt. Von Petra Wettlaufer-Pohl 

Die Delegierten belohnten Bouffier mit einem guten Wahlergebnis: 96,4 Prozent wählten ihn zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 22. September.

Die Landesliste für den Bundestag, der ebenfalls am 22. September gewählt wird, führt der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung an, der 91,5 Prozent der Stimmen bekam. Anders als andere Parteien stellt die CDU jeweils die komplette Liste zur Abstimmung, die zuvor von einer Kommission aufgestellt wurde. Die Delegierten können mit einem Kreuz zustimmen oder einzelne Bewerber streichen. Gegenkandidaturen gab es nicht.

Schröder lässt Jung den Vortritt

Hessens einziges Mitglied im Bundeskabinett, Bundesfamilienministerin Christina Schröder, die auch für Platz 1 gehandelt worden war, hatte Jung den Vortritt gelassen und bekam auf dem zweiten Platz 87,2. Prozent. Sie fremdelt mit der besonders konservativen Hessen-Union wie diese mit ihr. Die meisten Stimmen auf den vorderen Plätzen bekam jedoch der Bergsträßer Bundestagabgeordnete Michael Meister, der mit 98,2 Prozent gewählt wurde. Bouffier hatte sich am Vormittag in einer 100-minütigen Rede vor allem an SPD und Grünen abgearbeitet, die er als ideologisch verbohrte Bevormunder bezeichnete. Es müsse alles getan werden um zu verhindern, dass sie das erfolgreiche Bundesland herunterwirtschafteten. Deren Steuerpläne seien „ein massiver Angriff auf die Mitte der Gesellschaft“, rief Bouffier. Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, sei ein Irrlicht, der alles verteufele, was er zuvor für richtig gehalten habe. Als Kanzler für Deutschland sei er „schlicht eine Zumutung“.

Bouffier: Beide Stimmen für die CDU

Seinen direkten Kontrahenten auf Landesebene, den SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel, nannte Bouffier namentlich ebenso wenig wie den Grünen-Chef Tarek Al-Wazir, aber auch der Koalitionspartner FDP fand keinerlei Erwähnung. Bouffier warb vielmehr darum, dass die CDU beide Stimmen bekommen müsse und keine einzige zu verschenken habe. 

DIE LANDTAGSLISTE: Auf die ersten fünf Plätze der Landesliste für die Landtagswahl wählten die Delegierten Volker Bouffier (Gießen/96,4 Prozent) Eva Kühne-Hörmann (Kassel/92,8 Prozent) Norbert Kartmann (Wetterau/95,7 Prozent) Stefan Grüttner (Offenbach) 96,0 Prozent) Lucia Puttrich (Wetterau/ 78,6 Prozent).

Quelle: op-online.de

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