Mitarbeiter gefordert

Metaller setzen auf Digitalisierung

Frankfurt - Die hessischen Unternehmen stellen sich der Digitalisierung und haben hohe Erwartungen an ihre Mitarbeiter. „Das bestimmende Thema ist ohne Frage Industrie 4.0“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, Wolf Matthias Mang, gestern in Frankfurt. Von Marc Kuhn 

 Bereits heute würden sich mehr als zwei Drittel der Firmen mit der Digitalisierung ihrer Produktionsprozesse und den hierfür notwendigen Fähigkeiten der Mitarbeiter befassen, berichtete der Geschäftsführer der Arno Arnold GmbH aus Obertshausen über eine Umfrage. „Ausbildung allein genügt nicht mehr“, erklärte er. „Lebenslanges Lernen ist kein Sonntagsgerede mehr.“. Mang stellte mit dem Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, Volker Fasbender, den neuen Info-Truck der Metall- und Elekroindustrie vor. Er soll im Jahr 130 Schulen in Hessen anfahren und 13.000 Jugendliche über Berufe in der Branche informieren. Zwei Trucks, die je 1,2 Millionen Euro gekostet haben, sind schon im Einsatz, acht sollen 2016 folgen.

Derweil scheint sich der Beschäftigungsaufbau in der Branche dem Ende zu nähern. Die Zahl der Mitarbeiter in Hessens Metall- und Elektroindustrie sei im Winter um 2 000 gesunken, berichtete Mang unter Hinweis auf eine Umfrage zur Lage in der Industrie. Im Februar sei sie gegenüber dem Vorjahr gestiegen, „aber nur noch um, 0,3 Prozent“. Etwa 213.000 Menschen arbeiten in der Branche. Die Umsätze seien um 6,6 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gestiegen, sagte Mang. Die Auftragseingänge seien indes lediglich verhalten. „Die Lage in den ersten zwei Monaten ist alles andere als rosig.“

Dennoch ist die Stimmung bei den Metallern gut. „Optimismus macht sich breit“, erklärte Fasbender mit Blick auf eine andere Umfrage. Das Geschäftsklima im Frühjahr würde fast die Hälfte der Unternehmen als „gut“ oder „sehr gut“ bezeichnen. Allerdings glauben ebenso viele Firmen, dass die Wirtschaftslage im Herbst ähnlich aussehe. Die Stimmung sei besser als die Lage, berichtete Fasbender. „Für Aufträge und Umsätze gibt es breiten Wachstums-Optimismus bis zum Herbst.“ Der Jobaufbau scheine aber zum Stillstand zu kommen.

Quelle: op-online.de

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