Vertrauliches Gespräch zwischen Rhein und gemobbtem Polizisten

Frankfurt - In der Mobbing-Affäre bei der Frankfurter Polizei kommt Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) mit den Aufräumarbeiten voran. Er traf sich am Dienstagabend mit dem früheren Fahndungschef Jochen Zahn.

Vor kurzem war ihm gerichtlich ein Schmerzensgeld über 8000 Euro wegen der erlittenen Nachteile zugesprochen worden. Zum Inhalt des vertraulichen Personalgespräches machte das Ministerium heute keine Angaben. Die Zukunft der für die Affäre mutmaßlich Hauptverantwortlichen, der LKA-Präsidentin Sabine Thurau, bleibt weiter ungewiss.

Der nach jahrelangen Disziplinar-Streitigkeiten vollständig rehabilierte Zahn sagte dem Radiosender „hr-Info“, dass das Gespräch mit Rhein „intensiv und angenehm“ gewesen sei. Ihm sei es nicht um eine Entschuldigung gegangen, die der Minister öffentlich angekündigt hatte. Ob der zwischenzeitlich nach Offenbach versetzte Beamte wieder in seine alte Funktion nach Frankfurt zurückkehren will, blieb zunächst offen.

„Soweit ich das überblicken kann, muss sich Herr Rhein nicht bei mir entschuldigen. Er ist derjenige, der am allerwenigsten für die Sache kann“, sagte Zahn. Er habe sich bei dem Minister dafür eingesetzt, dass ältere Mobbing-Fälle aufgearbeitet werden müssten. Es gebe bei der Frankfurter Polizei kein systematisches Mobbing und zudem habe sich die Situation in den vergangenen Jahren gebessert.

Auch Landtag interessiert sich weiter für die Personalie

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die frühere Frankfurter Vizepolizeipräsidentin Thurau dauern unterdessen an. Sie wird der uneidlichen Falschaussage vor Gericht bezichtigt. Die Spitzenbeamtin hatte Zahn im Jahr 2006 behörden-öffentlich schwerer Dienstvergehen beschuldigt und ihn vorverurteilt. Nach Ansicht des Frankfurter Landgerichts hat sie dabei ihrer Fürsorgepflicht nicht genügt. Rhein will den Ausgang der Ermittlungen gegen Thurau zur Grundlage seiner Personalentscheidung machen. Thurau lässt ihr Amt als LKA-Chefin derzeit ruhen.

Auch der Landtag interessiert sich weiter für die Personalie. Die SPD hat allerdings ihre Anfrage zu Thurau vom Programm der Ausschüsse für Recht und Inneres in dieser Woche genommen.

dpa

Quelle: op-online.de

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