„Deutschland hinkt hinterher“

Mobiles Internet als Chance für Firmen

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Frankfurt - Smartphones werden nicht nur bei den Handynutzern immer beliebter. Das mobile Internet bietet nach Ansicht von Experten auch Firmen zahlreiche Möglichkeiten. Nicht alle haben dies offenbar schon erkannt. Von Marc Kuhn

„Deutsche Unternehmen hinken bei der Nutzung hinterher“, sagte Klaus Reinke, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Frankfurt Exhibition GmbH, gestern. Das mobile Internet stelle für sie aber „die Gegenwart und die Zukunft“ dar, erklärte Reinke im Vorfeld der Messe M-Days, die heute und morgen in Frankfurt stattfindet. Bei der Veranstaltung dreht sich alles um das mobile Internet. 133 Aussteller aus elf Ländern kommen. Parallel findet ein Kongress statt. Etwa 4000 bis 5000 Besucher werden erwartet.

Ob Versicherungen, Banken oder Handel, die ganze Bandbreite der Wirtschaft sei vom mobilen Internet betroffen, sagte Reinke. „Das Potenzial ist unglaublich riesig“, erläuterte Carsten Szameitat, Gründer der M-Days. „Wir sind im real existierenden Markt angekommen, wir sind aber nicht da, wo wir hin wollen.“ Tobias Arns vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) betonte: „Den Anwendungsmöglichkeiten sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.“ Es sei ein sehr großer Markt der Zukunft.

70 Prozent aller 2012 verkauften Handys Smartphones

Nach Angaben von Bitcom waren rund 70 Prozent aller 2012 verkauften Handys Smartphones. Fast 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahren würden mittlerweile eines besitzen. Bei den unter 30-Jährigen seien es bereits zwei Drittel. „Für serviceorientierte und informative Apps sind Verbraucher durchaus bereit zu zahlen“, berichtete Arns. Durchschnittlich geben sie laut Bitkom pro Jahr etwas mehr als 21 Euro dafür aus.

Arns: „Immer mehr Unternehmen stehen vor der Frage, ob sie ihre Website für Mobilgeräte anpassen und Apps einsetzen wollen.“ Das Einkaufen über das mobile Internet nehme zu, ist sich Szameitat sicher. „Das ist ein Wandel.“ Darauf müsse sich die Wirtschaft einstellen. Bei einer Befragung im vergangenen Jahr war das Thema für drei von vier Händlern „von strategischer Bedeutung“. Zwei Drittel sahen das mobile Bezahlen als einen echten Trend an. „Das ist ein Hype“, erklärte Szameitat. Allerdings sei die Branche noch „weit von einer Marktdurchdringung entfernt“.

Keine Spielwiese mehr

Arns sagte, das mobile Internet sei für Unternehmen keine Spielwiese mehr. Der Zugriff auf aktuelle Daten beeinflusse auch Entscheidungen in Firmen. Letztlich könnten so Abläufe effizienter gemacht werden.

Bei allen Vorteilen des mobilen Arbeitens sieht Reinke aber die Notwendigkeit, Mitarbeiter „vor den zusehends schwindenden Arbeitszeitgrenzen zu bewahren“. Dies werde ein Thema auf der M-Days sein. „Die regulären Arbeitszeiten werden durch neue Arbeitsmuster ersetzt, bei denen die Angestellten grundsätzlich mehr arbeiten“, betonte die Messe. „Dabei fangen die meisten Angestellten den Arbeitstag nicht nur früher an, sondern beenden ihn auch später.“

Quelle: op-online.de

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