Letzte Montagsdemo in diesem Jahr

„Uns platzt der Kopf“

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Frankfurt - Auch bei der 83. Montagsdemo gegen den Flughafenausbau ist den Demonstranten noch längst nicht der Atem ausgegangen. Von Bettina Link

Mit Lichtern und Wunderkerzen haben sich die Fluglärmgegner in einer langen Schlange vor den Eingängen des Terminal 1 am Frankfurter Flughafen postiert. Zur letzten Montagsdemo in diesem Jahr hält weihnachtliche Stimmung Einzug in den Protest. Doch feierliche Ruhe gibt es keine: Mit Pauken, Sprechchören und Gesang fordern die Demonstranten laut ihre „Stille Nacht“ nicht nur zur Weihnachtszeit ein. Auch dieses Mal kommen weit über 1000 Ausbaugegner aus Offenbach, Frankfurt, Mühlheim und Mainz in die Abflughalle B, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dabei ist auch Jürgen Lindow aus Offenbach. Der 73-Jährige ist mindestens auf 60 Montagsdemos gewesen und will auch weiterhin kommen: „Für mich ist es selbstverständlich, hier zu sein, wir müssen in der Öffentlichkeit präsent sein.“ Die Demonstranten wollen Hartnäckigkeit beweisen: „Wenn es sein muss, kommen wir noch die nächsten fünf Weihnachten“, tönt es in Anspielung auf die kommende Legislaturperiode in Hessen aus dem Mikrofon. „Die Bahn muss weg“ antworten die Demonstranten, und meinen damit natürlich die neue Landebahn.

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Vor allem die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grüne verärgern viele, wie etwa dem Schriftzug „Kein grünes Herzblut für Bouffier“ zu entnehmen ist. Einige sind enttäuscht: „Ich habe 30 Jahre die Grünen gewählt, jetzt ist Schluss“, so ein Demonstrant. Woher die Ausdauer für die wöchentliche Demo kommt, erklärt Werner Vogl aus Offenbach: „Der ständige Lärm motiviert uns jeden Tag, her zu kommen“, sagt der 65-Jährige. Deswegen ist die Montagsdemo auch bei Peter Müller aus Offenbach (64) jede Woche ein fester Termin. In Anspielung auf die beiden Landebahnen macht er seinem Ärger Luft: „Wir haben Lärm im linken Ohr und jetzt auch im rechten – uns platzt der Kopf.“

Protest gegen Fluglärm

Protest gegen Fluglärm

Quelle: op-online.de

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