Starke Sicherheitsvorkehrungen am Gericht

Heikler Mordprozess wegen Erschießung eines Rockers

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Ein Bild von der Trauerfeier in Frankfurt.

Frankfurt - Im April 2014 wird ein Rocker in Frankfurt mitten auf der Straße erschossen. Heute beginnt der Mordprozess unter großen Sicherheitsvorkehrungen.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Rockers der „MC Gremium Fulda“ aus Fulda beginnt heute vor dem Landgericht Frankfurt der Mordprozess gegen einen 28-Jährigen. Er soll einen etwas älteren Rocker im April 2014 im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach mit Schüssen und Schlägen grausam getötet haben. Der Mann soll auch auf zwei Bekannte des Opfers geschossen und einen davon schwer verletzt haben. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft, da der Frankfurter der Polizei schon wegen Waffen- und Drogendelikten sowie Raub und Körperverletzung „bestens bekannt“ war. Der damals 27-jährige Täter, der zunächst auf einem Fahrrad geflüchtet war, sei mit einem Rechtsanwalt Stunden nach der Tat bei der Polizei aufgetaucht, heißt es in einem Bericht der Polizei. Die Beamten suchten zuvor sogar mit einem Hubschrauber nach ihm. Am ersten Verhandlungstag äußerte sich der Angeklagte noch nicht zu den Mordvorwürfen.

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Die Bluttat geht laut Ermittlungen auf einen Streit im Drogenmilieu zurück. Demnach wollte der Angeklagte ein schief gelaufenes Rauschgiftgeschäft rächen, bei dem das Opfer die Familie des 28-Jährigen um rund 40.000 Euro geprellt haben soll. Der Tatort, die Anlage am Ben-Gurion-Ring, gilt als einer der Drogenumschlagsplätze in Frankfurt. Die Hochhaussiedlung war in den vergangenen Jahren wegen Drogen und gewaltsamen Auseinandersetzungen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Auch zwei 2008 als „U-Bahn-Schläger“ bekannt gewordene Männer kamen aus der Siedlung. Der Fall hatte damals im Landtagswahlkampf für Aufsehen gesorgt, in dem der frühere Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für ein härteres Vorgehen gegen kriminelle Jugendliche eingetreten war. Zur Beerdigung des Rockers kamen etwa 600 Menschen, hauptsächlich natürlich Rocker aus dem Rocker-Milieu. Der Prozessauftakt wird von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitet, da die Polizei auch eine Racheaktion nicht für ausgeschlossen hält.

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dpa/dani

Quelle: op-online.de

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