Mord im Obdachlosenmilieu

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Darmstadt/Rüsselsheim - Lebenslange Haft fordert die Staatsanwaltschaft Darmstadt für zwei Angeklagte, die im April 2012 einen Obdachlosen in Rüsselsheim getötet haben sollen.

Die Vertreterin der Anklage sagte heute im Plädoyer vor dem Landgericht, der 46-jährige Angeklagte habe „die Absicht gehabt, zu töten, das Opfer ganz bewusst aus dem Weg zu räumen. Es ging nicht nur um eine Lektion oder Abreibung“. Die 37-jährige Frau habe aus „Solidarität und Imponiergehabe“ mitgemacht, „vielleicht auch aus Angst“. Auslöser der Bluttat im April 2012 in Rüsselsheim soll Eifersucht des Mannes gewesen sein, er und die Frau seien ein Paar gewesen. Auch sie lebten auf der Straße.

Der Angeklagte habe den Obdachlosen in einer Unterführung in den Schwitzkasten genommen, gewürgt, „im Hals alles zerquetscht“, auf den 50-Jährigen eingetreten und ihm mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Die Frau habe das Opfer mit einer abgeschlagenen Flasche am Hals verletzt. Nach Feststellung von Sachverständigen hatten die Angeklagten erheblich gezecht. „Angetrunken und betrunken war der Normalzustand“, befand die Anklage.

Die Verteidigung des 46-Jährigen plädierte auf Totschlag, ohne ein Strafmaß zu nennen. Der Obdachlose habe den Mandanten zuvor beleidigt und ihm mit einer erhobenen Schnapsflasche gedroht. Der Anwalt der 37-Jährigen verlangte Freispruch, der Mann habe allein gehandelt. Das Urteil soll schon morgen verkündet werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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