„Morgenlicht“-Verdächtiger gesteht Brandanschläge

Frankfurt - Er setzte Bankfilialen in Brand, eine Drogerie und ein Unternehmen. Eine Bombenattrappe soll der 50 Jahre alte Mann an den damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) geschickt haben...

Sein Motiv: „Ich wollte durch spektakuläre Aktionen ein Fanal gegen den Neoliberalismus setzen“, sagte der arbeitslose Diplom-Betriebswirt in seinem umfassenden Geständnis am Donnerstag vor dem Frankfurter Landgericht. Seine Bekennerschreiben unterzeichnete der Mann als Mitglied einer „Bewegung Morgenlicht“ - bekannt wurde er daher als mutmaßlicher „Morgenlicht“-Attentäter.

Verantworten muss sich der Mann vor Gericht unter anderem wegen schwerer Brandstiftung und Bedrohung. Der mutmaßliche Brandstifter sitzt seit Februar in Haft. Er zeigte sich vor Gericht verantwortlich für die Brandanschläge auf zwei Bankfilialen, ein Zeitarbeitsunternehmen und eine Drogeriefiliale, bei denen ein Sachschaden von insgesamt mehreren hunderttausend Euro entstanden war.

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Seine Taten seien politisch motiviert gewesen, nie habe er einen Menschen verletzen oder gar töten wollen. Die Bombenattrappe habe er Anfang des Jahres an den damaligen Ministerpräsidenten geschickt, weil er dessen Äußerungen über Hartz- IV-Empfänger nicht habe tolerieren wollen, sagte der Angeklagte. Die Polizei hatte zunächst eine ganze Gruppe extremistisch orientierter Straftäter hinter der Anschlagsserie vermutet. In den Bekennerschreiben hatte der Verfasser behauptet, mit den Bränden zwischen Oktober 2009 und Februar 2010 im Rhein-Main-Gebiet auf die sozialen Probleme von Arbeitnehmern aufmerksam machen zu wollen.

dpa 

Quelle: op-online.de

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