Fans feiern Lemmy Kilmister

Stelldichein mit einer Rock-Legende

Frankfurt - „Bomber“, der Titel des ersten Songs, den Motörhead in der ausverkauften Jahrhunderthalle spielt, ist Programm: Heftiges Scheinwerferlicht erhellt die Bühne, auf der sich Lemmy Kilmister (Gesang/Bass), Philip Campbell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) mit gigantischen Türmen von Gitarren-, Bass- und Monitorboxen umgeben. Von Thomas Ungeheuer 

Ohrenstöpsel sind bei den brachial lauten Auftritten Pflicht. Lemmy Kilmister selbst trägt nie Gehörschutz, weil er es als „Betrug am Fan“ betrachtet, wenn er es täte. So sprach der 69-Jährige, als er sich noch gesund fühlte. Aber nach einer Herzoperation im Jahr 2013 wirkt der Brite mit dem zerfurchten Gesicht auffallend schwach. .

Fast gleichgültig scheint es zu sein, welcher Song gespielt wird, ob „Metropolis“, „Over The Top“ oder „The Chase Is Better Than The Catch“ – Lemmys Stimme wirkt kraftlos. Fast nichts ist mehr übrig vom rauen Gesang früherer Tage, als Lemmy seine Worte lässig herausrotzte. Heute scheint ihm dafür die Luft zu fehlen. Manchmal hört man nur mehr ein leises Krächzen, denn das Brüllen eines Mannes, der das heftige Leben eines Rock’n’Rollers mit all seinen ungesunden Facetten überlebt hat. Zudem wirkt sein Bassspiel leiser als sonst.

Das wirkt umso trauriger, weil Gitarrist Philip Campbell und Schlagzeuger Mikkey Dee unglaublich energiegeladen spielen. Die beiden Musiker dominieren das Geschehen. Fast im Alleingang liefern sie den unverwechselbaren Sound der Band und bewahren damit das Konzert vor dem Scheitern.

Motörhead legt Offenbach lahm

Die Fans jubeln Motörhead unentwegt zu. Sie scheinen Lemmy Kilmister stützen zu wollen. Immer wieder bedankt er sich für den überschwänglichen Applaus. Fast scheint es, als würde nicht das gerade stattfindende Konzert bejubelt werden, sondern die einzigartige Karriere von Lemmy Kilmister und seiner Band in den vergangenen vierzig Jahren, in denen sie mit ihrer wilden Mischung aus Rock, Blues, Metal und Punk ein ums andere Mal Furore machten.

„Don’t forget us. We are Motörhead. We play Rock’n’Roll“, sagt Lemmy kurz vor Ende des anderthalbstündigen Konzerts. Das dürfte so schnell nicht passieren, denn schon am 23. Februar 2016 gibt die Band ein Zusatzkonzert in der Offenbacher Stadthalle.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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