Müll trennen, aber richtig

Offenbach - „Manche Leute wissen noch immer nicht, was in den Gelben Sack gehört“, beschwert sich der Geschäftsführer eines Entsorgungs- und Recyclingbetriebs. Er zeigt auf Windeln und Gummistiefel, die in der Sortieranlage auf dem Förderband vorbeifahren. Von Peter Schulte-Holtey

Tatsächlich ist es schon erstaunlich, dass noch immer schlechte Erfahrungen mit den Gelben Säcken und Tonnen gemacht werden. „Um zu sparen, wählen manche eine möglichst kleine Restmülltonne. Entsorgen müssen sie ihren Müll aber trotzdem“, begründen Fachleute den Missbrauch beim „Gelben Abfall“. Auch in Offenbach sorgen die Tonnen immer noch für Ärger.

„Manche wollen ihre Plastikdachrinnen oder Speisereste in der Gelben Tonne entsorgen. Das geht natürlich nicht“, berichtet Oliver Gaksch, Sprecher der ESO, der Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft, auf Anfrage unserer Zeitung. Vor allem bei Hochhäusern mit vielen Wohnungen gibt es nach seinen Angaben hin und wieder Probleme, wenn Gelbe Tonnen zum Beispiel durch Mitbewohner oder gar durch Fremde mit Materialien gefüllt werden, die „dort nicht entsorgt werden dürfen“.

Ein Problem stellt hier häufig die Ermittlung des Verursachers dar. Dass die ESO stets mit dem Ordnungsamt zusammen arbeitet, will Gaksch nicht verschweigen. „Wichtig ist uns dabei, dass wir nicht nur auf Sanktionen setzen, sondern einen Schwerpunkt auf Beratung und Aufklärung legen.“ Dabei betont er die „grundsätzlich guten Erfahrungen“: „Die gelbe Tonne hat sich bewährt.“

Und die vollen Joghurtbecher?

 Wohin also mit dem ganzen Müll und wie wird „richtig“ getrennt? Alessandro Capaldi von der FES, der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, gab jetzt im Hessischen Rundfunk wertvolle Ratschläge. Müll mit Essensresten gehört demnach immer in die Restmülltonne; das gilt auch für den leeren, mit Essensresten verschmutzten Pizzakarton. Styropor wird wiederverwertet und kommt deshalb in die Gelbe Tonne. Und die vollen Joghurtbecher? Capaldi rät, den Becher auszukratzen, aber nicht auszuwaschen, denn das kostet nur unnötiges Wasser. Bleibt der Becher verschlossen, kommt der Joghurt in den Restmüll. Nicht mehr auf allen Verpackungen ist der grüne Punkt, aufgrund einer neuen Verordnung. Man sollte sich davon aber nicht irritieren lassen und weiterhin trennen.

Laut ESO-Sprecher Gaksch sollte zudem beachtet werden:

Glühbirnen in kleinen Mengen gehören in den Restmüll.

Energiesparlampen sind Sondermüll, da sie in geringen Mengen Quecksilber enthalten. Man kann sie auf dem Wertstoff- bzw. Betriebshof abgeben.

Noch ein wichtiger Tipp von Gaksch: „Auskunft geben auch die örtlichen Abfallberater und der Kundenservice. In Offenbach ist er unter der Rufnummer 8065-4545 zu erreichen.“Halbvolle Farb- bzw. Lackeimer sind Sondermüll. Sie können beim Schadstoffmobil abgegeben werden. Dispersionsfarben dürfen in den Restmüll, da sie wasserlöslich sind. Das gilt allerdings nur, wenn die Farbe zu 100 Prozent durchgetrocknet ist. Ist der Eimer leer und hat er einen grünen Punkt, muss er in die gelbe Tonne. Metalldosen mit Lacken, die leer sind, dürfen in die gelbe Tonne.

Spraydosen, Reinigungsmittel usw. müssen - auch leer - vom Schadstoffmobil entsorgt werden. Insektenvernichtungsmittel sind, wenn leer und mit grünem Punkt versehen, in der gelben Tonne zu entsorgen.

Blaues Glas darf zusammen mit dem grünen Glas im Glascontainer entsorgt werden.

Quelle: op-online.de

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