Vier Konzerte in Offenbach und Frankfurt

„Multiphonics on tour“: Mozart, Jazz und Weltmusik

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Das Taksim Trio spannt beim Festivalauftakt in der Alten Schlosserei der EVO einen weiten musikalischen Bogen von Istanbul in hiesige Gefilde.

Offenbach - Das Multiphonics Festival macht Station in der Rhein-Main-Region. Jazz, Weltmusik und Zeitgenössisches stehen auf dem Programm bei vier Konzerten in Offenbach und Frankfurt. Im Zentrum steht dabei die Klarinette. Von Sebastian Schwarz 

Das vielfältige Musikspektrum in der Rhein-Main-Region bekommt eine weitere Facette. Zum ersten Mal macht das „Multiphonics Festival on tour“ Station, mit drei Konzerten in Frankfurt und einem in Offenbach. Worum es bei dem Festival geht, das erläutert Annette Maye, Vorsitzender des Multiphonics-Trägervereins: „Wir wollen die Klarinette wieder etwas mehr in den Fokus rücken und den Freunden dieses Instruments ein Forum bieten“. Schließlich spiele die Klarinette in der Musikgeschichte eine wichtige Rolle, von Mozart bis zum Dixie-Jazz.

Das Auftaktkonzert ist am 23. September in Offenbach. Gastgeber ist Energieversorger EVO, der die Türen der Alten Schlosserei in der Andréstraße öffnet. Die Besucher erwartet dort ein „Brückenschlag zwischen Hochkultur und Weltmusik“, verspricht Annette Maye.

Das Taksim Trio spannt den Bogen von Istanbul bis in hiesige Gefilde. „Türkische Kammermusik auf Basis von Istanbuler Volksmusik“, so beschreibt Maye die Klänge der drei Roma-Musiker aus der türkischen Hauptstadt. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die Klarinette. Zwar hat das Blasinstrument seinen Ursprung nicht am Bosporus, ist aber dennoch fester Bestandteil türkischer Folkloremusik.

Eine Reise „Mit Mozart ins Morgenland“ unternimmt anschließend das deutsch-türkische Ensemble „FisFüz“. Das Trio hat einige Arien aus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ in seinem ganz eigenen Stil interpretiert. „alla turca“, merkt Annette Maye an, die als Teil von „FisFüz“ selbst zum Instrument greift. Man wolle damit sowohl Klasiklieber als auch Leute, die keine klassische Musik hören, ansprechen, sagt die Musikerin. Weiter geht das Festival am 29. September mit einem bulgarischen Abend in der Frankfurter Brotfabrik in der Bachmannstraße. „Ivo Papasov & His Wedding Band“ präsentieren eine Mischung aus bulgarischem und Balkanfolk mit zeitgenössischen Elementen.

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Eine lebende Klarinetten-Legende kommt am 1. Oktober in die Brotfabrik: Michel Portal. Gemeinsam mit Bojan Z, 2005 zu Europas Jazzmusiker des Jahres gewählt, spielt er klassischen und zeitgenössischen Jazz auf allerhöchstem Niveau. Zu den besten ihres Fachs gehören auch Klarinettenvirtuose Louis Scalvis, Bassist Henri Texier und Schlagzeuger Aldo Romano. Das Trio spielt an diesem Abend eigene Kompositionen, für die es sich von Guy le Querrecs Fotografien des afrikanischen Alltags inspirieren ließ.

Das Abschlusskonzert des Festivals steigt am 4. Oktober in Dr. Hoch’s Konservatorium in der Frankfurter Sonnemannstraße. Europäischen Jazz mit viel Improvisation bringen Patrick Bebelaar, Herbert Joos und Günter Lenz auf die Bühne. Eine Kombination von jüdisch-orientalischen Musikelementen mit Free Jazz, Rock und anderen Genres präsentiert „Vinograd Express“ mit Gianluigi Trovesi. Höhepunkt des Abends ist aber zweifellos der Auftritt des „Clarinet Summit“. Gegründet 1979 von Musikjournalist Joachim-Ernst Behrendt, hat die Formation noch heute einen gewissen Kultstatus. „Das ist wohl das einzige und letzte Mal, dass sie nochmal zusammentreffen“, sagt Maye.

Quelle: op-online.de

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