Museum Künstlerkolonie Darmstadt

Auf dem Weg zum Weltkulturerbe

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Plakat zur Künstlerkolonie-Ausstellung in Darmstadt 1904, entworfen von Johann Vincenz Zissarz.

Darmstadt - Die Bedeutung der Darmstädter Künstlerkolonie für die Entwicklung von Architektur, Kunst und Design seit 1900 ist immens und könnte in einigen Jahren sogar im prestigeträchtigen Titel „Weltkulturerbe“ gipfeln. Von Christian Riethmüller 

Im Mai wird aber erst einmal das 25-jährige Bestehen des Museums auf der Mathildenhöhe gefeiert. Das von Heinrich Jobst geschaffene Sandsteinrelief über dem Portal des Hochzeitsturms auf der Mathildenhöhe präsentiert sich wieder in einem Zustand, als hätte der bedeutende Bildhauer seine Arbeit gerade beendet. Die denkmalgerechte Restaurierung des Reliefs ist Anfang Februar abgeschlossen worden. Sie ist Teil der umfassenden Renovierungsarbeiten, die das einmalige Jugendstil-Ensemble, das die Darmstädter Künstlerkolonie in den Jahren 1899 bis 1914 auf der Mathildenhöhe errichtet hat, nicht nur bewahren, sondern auch für ein großes Ziel herausputzen sollen. Im Juni 2014 ist die Mathildenhöhe auf die offizielle Bewerberliste Deutschlands für eine Auszeichnung als Unesco-Weltkulturerbe gesetzt worden. Die strenge Vorprüfung für das begehrte und schon aus Marketinggründen äußerst wertvolle Prädikat wird im Jahr 2018 erfolgen. Sollte Darmstadt den Anforderungen genügen, würde die Verleihung des Titels im Jahr 2020 erfolgen.

Welche Bedeutung die Künstlerkolonie für die Entwicklung von Architektur, Kunst und Design seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat, lässt sich allerdings schon heute jeden Tag im Museum Künstlerkolonie überprüfen. Das seit 1990 in einem von Joseph Maria Olbrich als Ernst-Ludwig-Haus errichteten Gebäude untergebrachte Museum informiert sowohl mit Wechselausstellungen als auch mit einer ständigen Präsentation über die Impulse, die Gestalter wie Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens oder Hans Christiansen setzen konnten.

25 Jahre nach Öffnung des Museums

Zum 25-jährigen Bestehen des Museums wird nun die Sammlung zu Jugendstil und Moderne umfassend neu präsentiert. Wie Philipp Gutbrod, stellvertretender Direktor und Sammlungskonservator des Instituts Mathildenhöhe, gestern in Darmstadt ankündigte, soll die neue Sammlungsschau mit dem Titel „Weltentwürfe - Die Künstlerkolonie Darmstadt 1899 - 1914“ am 5. Mai eröffnet werden, auf den Tag genau 25 Jahre nach Öffnung des Museums. In der bis zum 21. Februar 2016 terminierten Schau sollen rund 300 Exponate ausgestellt und ein Schwerpunkt vor allem auf die vier großen Präsentationen der Künstlerkolonie gelegt werden, die in den Jahren 1901, 1904, 1908 sowie 1914 auf der Mathildenhöhe veranstaltet worden waren. Seinen Geburtstag will das Museum außerdem mit einem großen Fest mit Illuminationen, Konzerten, Vorträgen und einem großen Picknick von 8. bis 10. Mai auf der Mathildenhöhe feiern.

Als weiteren Höhepunkt des Jahres kündigte Gutbrod eine Ausstellung des Installationskünstlers Gregor Schneider an. Der Wilhelm-Loth-Preisträger 2014 und Gewinner des „Goldenen Löwen“ bei der Biennale von Venedig 2001 wird von September bis zum Frühjahr 2016 in den Bildhauerateliers der Mathildenhöhe eine eigens für diese Räumlichkeiten konzipierte Ausstellung zeigen. Diese Schau dürfte dann bereits der neue Direktor oder die neue Direktorin des Instituts Mathildenhöhe eröffnen. Wie Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) gestern sagte, stellen sich am 17. und 18. März sechs zur Vorauswahl eingeladene Bewerber (je drei Frauen und Männer) vor, aus denen die Stadt zeitnah den Nachfolger für den zum Kunstmuseum Wolfsburg abgewanderten Ralf Beil wählen wird.

Quelle: op-online.de

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