Wer Tango tanzt, friert nicht

Frankfurt ‐ Das kühle regnerische Wetter hat den Organisatoren des Frankfurter Museumsuferfestes einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von Thomas Maier und Christian Rupp (dpa)

Während gestern etwa genauso viele Menschen wie im Vorjahr zu den Partybühnen und Ständen strömten, waren es am Samstag und vor allem am Freitagabend deutlich weniger. „Als Open-Air-Veranstaltung sind wir eben von der Witterung abhängig“, sagte Kurt Stroscher von der städtischen Tourismus+Congress GmbH.

Dennoch zog er „wetterbereinigt“ eine positive Bilanz. Für den Sonntag - zum Abschluss am Abend war ein großes Feuerwerk geplant - rechnete Stroscher mit „locker“ über einer Million Besuchern am Main. Am Samstag zählte der städtische Organisator 900.000 Besucher - etwa 200.000 weniger als im Vorjahr. Am Freitag waren bei heftigen Regengüssen nur 200.000 gekommen - ein Drittel des Vorjahresbesuchs.

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Museumsuferfest am Main

Rund 1000 Stände waren entlang der acht Kilometer langen Festmeile wieder aufgebaut, auf mehr als 20 Bühnen gab es Live-Musik aller Stilrichtungen, Kleinkunst, Varieté und Lesungen. Schwerpunkt im Programm war traditionsgemäß der Buchmessen-Gast des Jahres – dieses Mal Argentinien. Das Land zeigte sich unter anderem mit Tango- und Gaucho-Shows, präsentierte Rotweine und ließ die Grills glühen, um darauf Rindfleisch zuzubereiten.

Bei der von Gewitterregen durchnässten Eröffnung hatten sich am Freitagabend gerade aber einmal 300 Besucher an der Argentinien-Bühne versammelt. Der argentinische Generalkonsul Juan L. Garibaldi war da, ebenso wie die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Sie würdigte das Spektakel als „das facettenreichste Kulturfest Europas“. Es mache das Motto des Frankfurter Museumsufers „Kultur für alle“ seit 1988 jährlich erlebbar.

Kunstsammlungen und Kreuzgang

 Trotz Regens ließen sich an der Argentinien-Bühne, wo Tango-Melodien Erotik und Sinnlichkeit verströmten, die Tänzer die Laune nicht vermiesen. Dort tanzten eng umschlungene Paare, die Köpfe dicht aneinander, und erinnerten sich selbst und die Umstehenden an den Flair der Bars in Buenos Aires. Wer tanzt, friert eben nicht. Und wer Tango tanzt, friert erst recht nicht.

Die Museen boten Sonderprogramme, um sich ins bestmögliche Licht zu rücken. Das Museum für Komische Kunst zeigte an allen drei Tagen ein „Festival der Komik“ mit Konzerten und Lesungen. Im Karmeliterkloster mit seinem prächtigen Kreuzgang fand ein „Festival der Alten Musik“ statt. Im Dom und der Katharinenkirche gab es Orgelspiel. Die Deutsche Bank, die Commerzbank und die DZ-Bank öffneten ihre Kunstsammlungen für die Öffentlichkeit.

Stroscher meldete gestern „keine besonderen Vorkommnisse“. Mal vom Wetter abgesehen, sei alles gut gelaufen. Bei einigen Besuchern habe es Kreislaufschwächen gegeben - dabei könnte auch der Alkohol eine Rolle gespielt haben.

Quelle: op-online.de

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