Museumsuferfest: Kultur und anderes

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Die Bühnen am Museumsufer ziehen in den Abendstunden Tausende junge Leute an.

Frankfurt - Es ist schon Tradition: Mittlerweile seit dem Jahre 1988 feiert die Mainmetropole am letzten Wochenende des Augusts das Museumsuferfest. Von Michael Eschenauer

Bei der Riesensause, die am Sonntagabend um 22.30 Uhr mit einem Großfeuerwerk endet, stehen die 22 Museen der Stadt, aber auch unzählige Bühnen, Aktionsbereiche und jeden programmatischen Rahmen sprengende Aktivitäten im Mittelpunkt. Es gibt in den Museen zahllose Führungen und Workshops für jede Alters- und Interessengruppe. Wer sich für sieben Euro einen Fest-Button kauft und ansteckt, kann alle aktuellen Ausstellungen besuchen. Außerdem steht ihm auch das speziell fürs Fest konzipierte Extra-Programm der Häuser offen. In den vergangenen Jahren war der Button mit vier Euro deutlich billiger.

Die Achse des bunten Spektakels bildet das Mainufer an beiden Seiten, wo unter freiem Himmel getanzt wird, jede Art der Gaumenfreude auf die Besucher wartet, und vor allem regionale Bands, Tanzgruppen, Sportvereine und Künstler auftreten. Zwischen den Bühnen ist auch der Abenteuerspielplatz Riederwald mit Rollenrutsche und Hüpfkissen vertreten.

Rund drei Millionen Besucher werden erwartet. Die Hoffnung, dass das Wetter hält, schwingt mit bei dieser Schätzung. Die Zahl nach oben treiben dürfte die Tatsache, dass am Sonntagnachmittag die Innenstadtgeschäfte geöffnet haben.

Rund 30 000 Besucher werden den Button kaufen und das Kernprogramm der Museen nutzen. Im Mittelpunkt steht auch der diesjährige Ehrengast des Großevents, das Gastland der Buchmesse, Finnland. Das Land der Nordlichts wird sogar eine eigene Bühne am Museumsufer bespielen. Hier wird Oberbürgermeister Peter Feldmann am Freitag um 17 Uhr das Fest eröffnen.

Die Museen präsentieren sich wie immer breitensportlich und sind damit für Menschen interessant, die nicht jedes Wochenende Kultur konsumieren. Zudem bietet fast jedes Museum Familien- oder Kinderaktionen an. Genaueres ist dem Programm zu entnehmen. Die Internetadresse findet sich am Ende des Textes.

  • Auch in diesem Jahr gibt es eine Orgel- und Chormeile mit kurzen Konzerten.
  • Klang im Kloster: Im Refektorium des Karmeliterklosters finden Konzerte auf historischen Instrumenten sowie Weltmusik und Crossover-Programme statt.
  • Das Museum für Moderne Kunst stellt bei Architekturführungen seine mittlerweile drei Dependancen vor.
  • In der Schirn drehen sich viele Führungen, aber auch die Mitmach-Aktionen für Kinder um die aktuelle Ausstellung „Unendlicher Spaß“, wo es um die Menschheit des 21. Jahrhunderts zwischen Euphorie und Depression geht.
  • Das Caricatura Museum Frankfurt - Museum für Komische Kunst lädt ein zum 6. Festival der Komik auf dem Weckmarkt vor dem Museum. Hier treten „die erlesendsten komischen Bühnenkünstler“ auf. Zu sehen ist außerdem die aktuelle Ausstelllung „Ralf König - Paul versus Paulus“.
  • Auch das Kindermuseum ist wieder dabei - mit Kinder-Kettenkarussell und Jahrmarktsbelustigung sowie vielen Aktionen rund um die Ausstellung „Sammelfieber“.
  • Frankfurt wie es war und wie es ist, erleben Gäste des Historischen Museums. Unter anderem geht es bei Familienführungen um technische Raffinessen und exotische Kostbarkeiten. Nicht verpassen sollte man den Aufstieg in den Rententurm.
  • Im Archäologischen Museum sind ausgebildete Töpfer zu Besuch und führen die Herstellung vielfältiger, kunstvoller Gefäßformen auf der römischen und der modernen Töpferscheibe vor. Führungen ergänzen hier wie auch in allen übrigen Ausstellungshäusern das Programm.
  • Wer oder was ist eigentlich schön? Die aktuelle Ausstellung des Museums für Kommunikation widmet sich genau dieser Frage - die im Grunde jeden interessiert. Elfen und Trolle sind den ganzen Tag über in der Kinderwerkstatt zu Gast.
  • Im Städel kann man zum Fest die gesamten 7000 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit der international bedeutsamen Kunstsammlung erobern.
  • Über 300 Grabungsfunde aus Israel erzählen im Bibelhaus aus dem Leben der Menschen im Orient vor 2000 Jahren. Um diese „Bodenschätze“, aber auch um den Alltag der Menschen drehen sich die Führungen für Erwachsene und Kinder.
  • Informationen über die vielfältigen Aspekte des Geldes und darüber, was die Zentralbanken für einen stabilen Euro tun, bekommen Besucher am Stand des derzeit geschlossenen Geldmuseums auf dem Nordufer. Hier gibt es ein „Schreddergeld-Schätzspiel“, Infos zum Falschgeld und ein Wissensquiz. Jüngere Besucher können ihren eigenen Geldschein gestalten.

Verregnetes Museumsuferfest (2011)

Verregnetes Museumsuferfest

Wer Großveranstaltungen in Frankfurt kennt, weiß es schon: Von den individuellen Fortbewegungsmitteln kommt höchstens das Fahrrad für einen Besuch in Frage. Platz für Autos ist Mangelware am Festwochenende in der Innenstadt. Ein bewachter Abstellplatz für Räder wird am Bootshaus Sachsenhäuser Ufer, Höhe Liebieghaus eingerichtet.

Der Takt der S- und U-Bahnen wurde verdichtet, sie haben mehr Wagen und fahren Freitag- und Samstagnacht zudem bis zwei Uhr (außer U9). Auch die Nachtbusse mit dem Startpunkt Konstablerwache sind häufiger unterwegs.

Quelle: op-online.de

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