Musikalische Europareise

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Faszination Marschmusik - bei der Show stimmte einfach alles.

Frankfurt - Die niederländische Musical-Darstellerin Liset Vrugteveen und Guinness Adria, der bei Musikern der Red Hot Chilli Pipers lernte, erzählen im Zwiegespräch eine Geschichte über Tradition und Aufbegehren: Von Harald H. Richter

Zu den Klängen der Shirley Pipe Band sagt Fiona dem Vater Lebewohl, die Tochter des Drum Majors hält es nicht länger auf der Burg ihrer Ahnen in den schottischen Highlands. Sie will fern von Kilt und Sackpfeife die Welt der Klangfarben erleben und geht auf musikalische Reisen durch Europa. So beginnt die 15. Auflage des Marchingband Festivals vor 2 500 Zuschauern in der Frankfurter Festhalle.

Klänge, Bilder, Perfektion - bei der dreistündigen Show stimmt alles. Renommierte Blasorchester präsentieren in militärischem Gleichschritt und choreografisch präzise ein Programm auf hohem Niveau. Zu den Klängen von „Star Wars“ durchdringt das polnische Luftwaffen-Musikkorps aus Koszalin die Weiten des Alls. Das 30-köpfige präsidiale Repräsentationsorchester der Republik Moldawien glänzt mit Tango- und Walzerklängen und bietet ein furios übers Parkett wirbelndes Tanzensemble auf. Fiona schließt unterwegs Bekanntschaft mit dem von Majoretten begleiteten Orchester des ukrainischen Innenministeriums, dessen Bandbreite vom Queen-Klassiker „We Will Rock You“ bis zu „Rosamunde“ reicht.

Temporeich eingeleitet wird der zweite Programmteil durch das schnellste Blasorchester Europas, wie die Fanfara dei Bersaglieri Scattini aus dem italienischen Bergamo oft tituliert werden. Bei den ersten Signaltönen glaubt man zwar, die Kavallerie sei im Herannahen, doch dann erobern 30 federbuschbehütete Musiker im Laufschritt die Arena und wechseln flotten Schritts von einer Seite zur anderen. Das Repräsentationsorchester der weißrussischen Armee lässt typischen Marchingband-Sound erklingen und bezeugt dann dem Publikum mit deutschen Volksweisen Ehrerbietung.

Das zahlenmäßig größte Aufgebot bringt die einzige nichtmilitärische Kapelle aufs Parkett: das 60 Männer und Frauen zählende Marsch- und Drillkontingent Oberlichtenau. Als Botschafter der Oberlausitz zählt es zu den besten Formationen des Genres und sorgt für Beifallsstürme, nicht zuletzt wegen der komplizierten Bewegungsabläufe. Mit ihren zwölf Paradetrommlern und Musikern aus dem Schlagwerkbereich sowie dem durch Trompeten, Flügelhörner, Posaunen und Tuba instrumentierten Bläsertrupp leiten die Sachsen zum Finale über.

Fiona ist aufs väterliche Schloss zurückgekehrt und hat sämtliche Kapellen mitgebracht. Die vereinen sich unter Stabführung von Oberstleutnant Sergej Rabiychuk zum Orchester der Nationen, stimmen „Scotland the Brave“, „Highland Cathedral“ und den „Radetzky Marsch“ an. Erzeugt wird ein starkes Schlussbild: „Pipes and drums“ überall, Dudelsack an Dudelsack, Trommel an Trommel - Feuerwerk und Konfettiregen inklusive.

Quelle: op-online.de

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