Muslime gegen Totengebet für Osama bin Laden

Frankfurt - Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) hat das geplante öffentliche Totengebet für den Al-Kaida-Führer Osama bin Laden in Frankfurt als Provokation kritisiert. Der IRH rief „Pierre Vogel und seine Freunde dazu auf, ein solches öffentliches Totengebet nicht zu organisieren, mit der Provokation aufzuhören und den gesellschaftlichen Frieden nicht zu gefährden“.

Zugleich bezeichnete die IRH die „gezielte Tötung“ bin Ladens von amerikanischen Soldaten im Auftrag der US-Regierung als völkerrechtswidrig. Auch für den Terrorchef hätte das Recht gelten müssen, vor Gericht gestellt zu werden, heißt es in der heutigen Mitteilung in Gießen.

Die von der Stadt verbotene Kundgebung sei eine „provokante Instrumentalisierung eines islamischen Gebetes“ und werde nur der Störung des sozialen Friedens dienen, kritisierte die IRH. Vogel solle „sich in aller Ruhe auf die Werte und die wahre Friedensbotschaft des Islam besinnen und sein Vorhaben für kommenden Samstag neu bedenken“. Der Vorsitzende der deutschsprachigen Religionsgemeinschaft, Ramazan Kuruyüz, appellierte zudem an „meine muslimischen Geschwister“, nicht an der von der Stadt verbotenen Veranstaltung teilzunehmen.

Extremisten um den deutschen Islamisten Pierre Vogel hatten die Kundgebung unter dem Titel „Wie erreicht man den Frieden auf der Welt“ für diesen Samstag (7. Mai) in der Innenstadt angemeldet. Die Stadt Frankfurt hat die Veranstaltung untersagt. Ob die Antragsteller dagegen gerichtlich vorgehen, war zunächst unklar.

dpa

Quelle: op-online.de

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