Nach Anschlag in Kabul

Abschiebungen nach Afghanistan verschoben

Wiesbaden - Der ursprünglich für diesen Mittwoch geplante Flug zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan wird nach dem verheerenden Anschlag in Kabul verschoben. Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) im Landtag in Wiesbaden unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

Es war vermutet worden, dass der Flug von Frankfurt aus starten sollte. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin erfuhr, seien organisatorische Fragen der Hintergrund für die Verschiebung. Beuth sagte im Landtag, der Abschiebeflug solle aber nicht ganz gestrichen worden sein, sondern nachgeholt werden. Früheren Angaben des hessischen Innenministers zufolge sollten vier zuletzt in Hessen lebende Menschen unter den Abgeschobenen sein. Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Konflikt zwischen Regierung und islamistischen Taliban verschärft und es landesweit Gefechte und Anschläge gibt.

Seit Dezember sind immer wieder auch abgelehnte Asylbewerber aus Hessen nach Afghanistan abgeschoben worden, darunter nach Angaben der Landesregierung auch Straftäter. Abschiebungsgegner protestierten wiederholt am Frankfurter Flughafen gegen die Flüge. Die Organisation Pro Asyl begrüßte den Stopp der für Mittwoch geplanten Abschiebung und forderte eine Aussetzung der Maßnahme. "Die Ablehnungen von Afghanen basieren auf Zufallsentscheidungen und sind in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar", kritisierte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. Die Bundesregierung habe kein Recht abzuschieben, wenn nicht gewährleisten werden könne, dass es rechtsstaatlich einwandfreie Verfahren gebe. (dpa)

Dutzende Tote bei Anschlag in Kabul

Sicherheitskräfte untersuchen in Kabul nach einem Autobombenanschlag den Anschlagsort nahe der deutschen Botschaft. Foto: Rahmat Gul
Sicherheitskräfte untersuchen den Anschlagsort in Kabul. Foto: Massoud Hossaini
Angestellte verlassen den Anschlagsort. Foto: Rahmat Gul
Zerstörte Autos stehen nahe der deutschen Botschaft auf der Straße. Foto: Rafiullah Kaleem
Dutzende Tote bei Anschlag in Kabul

Rubriklistenbild: © dpa

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