Nach Bombenfund und Absage von Radrennen

Islamistische Terrorgefahr: Anklage gegen 35-Jährigen

+
Die Polizei untersuchte die Wohnung des Mannes.

Frankfurt/Oberursel - Ein halbes Jahr nach der Festnahme eines mutmaßlich islamistischen Ehepaars in Oberursel bei Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Mann erhoben.

Dem 35-Jährigen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Urkundenfälschung zur Last gelegt. Das teilten die Ermittler heute Morgen in Frankfurt mit. Die Frau ist dagegen bereits seit Anfang Juli wieder auf freiem Fuß. Der Deutschtürke und die Türkin waren in der Nacht zum 30. April in ihrer Wohnung festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, einen Bombenanschlag geplant zu haben. Das traditionelle Radrennen durch den Taunus und Frankfurt am 1. Mai war deshalb wenige Stunden vor dem Start abgesagt worden. In der Wohnung der Verdächtigen, die zwei kleine Kinder haben, fand die Polizei eine mit Nägeln gefüllte Rohrbombe, Teile eines Sturmgewehrs, eine Übungsgranate und Chemikalien.

Lesen Sie dazu auch:

Ehefrau von Islamisten aus U-Haft entlassen

Ehepaar weiter unter Verdacht

Islamistisches Gewaltvideo bei Terror-Paar gefunden

Hunderte Hobby-Radler starten trotz Absage

Die Ermittler waren dem Paar auf die Spur gekommen, weil es unter falschem Namen in einem Baumarkt größere Mengen Wasserstoffperoxid gekauft hatte, ein möglicher Baustein für einen Sprengkörper. Da der Mann zudem mehrfach an der Strecke gesehen worden war, wurde das Radrennen gestrichen. "Der Beschuldigte unterhielt Verbindungen zur Extremisten-Szene im Rhein-Main-Gebiet", hatte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Albrecht Schreiber, damals gesagt. Der Deutschtürke soll auch Kontakte zur islamistischen Sauerland-Gruppe gehabt haben. Vier Mitglieder dieser Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden.

Fragen und Antworten zum geplanten Bombenanschlag

Der zur Zeit der Festnahme 35-Jährige war der Polizei zudem wegen anderer Delikte bekannt. In der Wohnung des Paars, das von Hartz IV gelebt haben soll, stellten die Ermittler zudem 24.000 Euro sicher. In der Stadt im Taunus mit ihren rund 45.000 Einwohnern ist dies nicht vergessen. "Es gibt immer mal wieder Nachfragen", sagt Bürgermeister Hans Georg Brum. Die Freilassung der Frau habe ein bisschen Verunsicherung ausgelöst. "Es ist aber kein negatives Bild über Ausländer entstanden", betont der Sozialdemokrat. In Oberursel habe kürzlich innerhalb kurzer Zeit eine Unterkunft für rund 1000 Menschen gebaut werden müssen. Dabei habe es eine "ausgeprägte Willkommenskultur" gegenüber den Flüchtlingen gegeben.

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion