Experte ist sich sicher

Nach Hochwasser droht die Mückenplage

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Waldsee - Werden viele Hochwasseropfer in den kommenden Wochen auch noch von Stechmücken gequält? Die Voraussetzungen für eine Plage seien vielerorts gegeben, sagt ein Experte. Allein kühles Wetter könnte gegen die Blutsauger helfen.

Vielen Überschwemmungsgebieten in Deutschland droht in den kommenden Wochen eine Mückenplage. Ob es dazu komme, hänge aber vom Wetter ab, sagte der Biologe Norbert Becker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn es zum Beispiel jetzt nach wie vor sehr kalt bleibt, dann sind die nicht stechlustig und auch nicht fluglustig.“ Werde es hingegen warm, „dann kann man schon sagen, dass die sich sehr stark bemerkbar machen“ - und in manchen Bereichen zur Plage würden.

Die Gefahr an Elbe, Oder, Donau, Rhein und anderen Flüssen geht von sogenannten Überschwemmungsmücken aus. Die Weibchen der Plagegeister legen ihre Eier in den feuchten Senken der Auen ab. Werden sie bei einem Hochwasser überspült, schlüpfen die Larven, aus denen sich in einigen Tagen die Mücken entwickeln.

Plage innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen

„Man kann davon ausgehen, dass es überall dort, wo es zu massiven Überschwemmungen gekommen ist und wo Auenbereiche da sind, oder auch Wiesen, die überschwemmt sind, dass es da zu Mückenplagen kommt“, sagte Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Waldsee in Rheinland-Pfalz. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen werde es so weit sein.

Zuvor müssten sich die Mücken paaren und die Weibchen eine „Blutmahlzeit“ zu sich nehmen. „Ohne Blut können sie keine Eier entwickeln“, sagte Becker über die Tiere, die fälschlicherweise oft als Schnaken bezeichnet werden. Denn die langbeinigen Schnaken können nicht stechen. In Teilen Süddeutschlands und der Schweiz werden jedoch alle Arten von Stechmücken Schnaken genannt.

„Entwicklung der Larven ist temperaturabhängig“

„Die Entwicklung der Larven im Wasser ist temperaturabhängig“, sagte Becker. Bei Wärme dauere sie etwa eine Woche, bei Kälte etwa zwei Wochen oder länger. Die niedrigen Temperaturen der vergangenen Tage sei den Mückenbekämpfern der Kabs entgegengekommen, weil sie mehr Zeit hätten, um zuzuschlagen. Sie bekämpfen die Tiere auf einem bestimmten Rheinabschnitt vom Hubschrauber oder Boden aus mit einer Eiweißmischung. Diese wird von den Larven gefressen und zersetzt ihren Darm - und sie sterben.

Am Oberrhein sind die Mückenbekämpfer schon stark im Einsatz. Andernorts - etwa an der Elbe - sei das noch kein Thema, sagte Becker. Dort fehlten Erfahrung und Mitarbeiter für solche Einsätze, weil Hochwasser - im Gegensatz zum Rheingebiet - vergleichsweise selten seien. „Sie müssen ja die Brutstätten kennen, sie müssen kartieren, sie müssen eine Infrastruktur haben - Leute, die sich auskennen“, sagte er.

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dpa

Quelle: op-online.de

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