Insolvenzverfahren läuft

Schimmel- und Rattenfund: Bäckerei bleibt zu

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Frankfurt - Wegen der massiven Hygienemängel in der Frankfurter Großbäckerei Mayer bleibt der Betrieb vorerst zu. Das teilte das Ordnungsamt mit. Eklige Funde in einer Frankfurter Bäckerei - nicht die einzigen Probleme des Unternehmens. Die Firma ist pleite, das Insolvenzverfahren läuft.

Nach der Entdeckung massiver Hygienemängel in der Frankfurter Großbäckerei Mayer bleibt der Betrieb vorerst geschlossen. Der Unternehmer müsse nachweisen, dass seine Bäckerei „hygienisch einwandfrei“ sei und die Hygiene-Standards auch langfristig aufrechterhalten könne, sagte heute ein Sprecher des Ordnungsamtes. Wann die Behörde den Betrieb wieder freigibt, ist unklar.

Die Bäckerei steckt in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das Amtsgericht Frankfurt habe am 9. April das vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet, teilte Insolvenzverwalterin Ulrike Hoge-Peters mit. Ihr seien bis zum Montag keine Beanstandungen des Ordnungsamtes bekannt gewesen. Mit der Stadt wolle sie eine tragfähige Lösung finden, in einem ersten Schritt die von den Mängeln nicht betroffenen Filialen wieder öffnen zu können. Insgesamt gehe es um 130 Arbeitsplätze in der Produktion und in 14 Verkaufsfilialen.

Diese Filiale der Bäckerei und Konditorei Mayer in Frankfurt bleibt vorerst geschlossen.

Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe: Ein Teil der vom Ordnungsamt veröffentlichten Bilder seien nicht in seiner Bäckerei entstanden, sagte Geschäftsführer Oliver Mayer. Böden, Wände und Maschinen müssen nun einer Grundreinigung unterzogen werden. „Auch der Kammerjäger muss da rein - wahrscheinlich nicht nur einmal“, sagte der Sprecher des Ordnungsamts. „Der Betrieb wird sicher nicht morgen wieder öffnen können“. Einige der 15 Filialen der Bäckerei-Kette haben geöffnet. Meist handele es sich dabei um Franchise-Betriebe. Sie ließen sich von einem anderen Bäcker beliefern. Aus Sicht des Ordnungsamtes sei das kein Problem.

Die Behörde hatte nur Hygiene-Mängel in der Bäckerei selbst beanstandet. Am Montag waren Kontrolleure des Ordnungsamtes nach eigenen Angaben in der Bäckerei auf lebende und tote Schädlinge sowie Mäuse- und Rattenexkremente gestoßen. Zudem war starker Schimmelbefall festgestellt worden. Der Bäckerei war die Produktion untersagt worden, bereits produzierten Backwaren mussten vernichtet werden.

Ekel-Horror am Hotelbuffet

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Das hessische Verbraucherschutzministerium hat nach dem Hygiene-Skandal die Forderung nach einem „Internet-Pranger“ für Ekel-Betriebe bekräftigt. "Der Bund ist in der Pflicht", sagte Mischa Brüssel de Laskay, Sprecher von Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) am Mittwoch. Eine Aufforderung der Verbraucherschutz-Ministerkonferenz der Länder liege der Bundesregierung seit langem vor. Dass Lebensmittelbetriebe wegen Hygiene-Mängel schließen müssen, komme vergleichsweise selten vor, sagte Brüssel de Laskay. Fallzahlen lägen dem Ministerium allerdings nicht vor, weil die Kommunen diese nicht an das Ministerium melden müssten. Insgesamt gibt es in Hessen rund 72 000 Lebensmittelbetriebe.

Quelle: op-online.de

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