Nachbarn sind großzügiger

Offenbach (psh) - Den Grund für das höhere Armutsrisiko von Erwerbslosen in Deutschland sieht der Sozialstaatsforscher der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Eric Seils, in der relativ kurzen Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld.

Heute haben Jobsuchende nach einem Jahr nur noch Anspruch auf Hartz IV. Für Alleinstehende waren das zuletzt im Durchschnitt 570 Euro im Monat. Nach Angaben von Experten hat ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgehend gearbeitet hat, nur 52 Wochen Anspruch auf Arbeitslosengeld. In Dänemark gibt es das Arbeitslosengeld bis zu 208 Wochen, in Frankreich und den Niederlanden bis zu 104 Wochen.

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„Das ist einfach nur ungerecht“

Seils plädiert dafür, dass auch unter 50-Jährige künftig länger als ein Jahr die Staatsunterstützung erhalten. Der Bundesverband Deutsche Tafel forderte, das Arbeitslosengeld armutsfest zu gestalten. Wer viele Jahre Beiträge bezahlt habe, müsse auch länger als ein Jahr Anspruch auf Leistungen der Solidargemeinschaft haben, hieß es.

Quelle: op-online.de

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