Konsumgütermesse in Frankfurt

Ambiente: Nachhaltigkeit trifft Nostalgie

Klare Formen, Accessoires aus Holz und helle Farben sollen das heimische Wohnzimmer in einen modernen Wohlfühlort verwandeln. J Fotos (3): Löw

Frankfurt - Was im Bereich Wohnen, Einrichten, Haushalt und Dekorieren in diesem Jahr der neueste Schrei ist, zeigen Designer seit gestern auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt. Rustikales und Nostalgisches sind ebenso im Trend wie das Thema Nachhaltigkeit. Von Konstanze Löw 

Karierte Kissenbezüge in satten Farben, Sofas mit Samtbezug, schillernde Osterhasen oder Bartöle und Seifen für das private Spa im Zuhause: Auf der Ambiente findet sich alles, um die richtige Portion dekorativer Würze in die eigenen vier Wände zu bringen. Und dabei steht Nostalgisches vermischt mit edlen Elementen ganz oben auf der Liste: „Kissen und Couchbezüge aus weichem Samt und generell Vintage-Möbel sind im Trend. Alles, was einen gewissen Nostalgiecharakter hat, wird in die Läden kommen“, weiß Luc Fermánt von französischen Möbelhersteller Labyrinthe Interiors.

Auch eine Halle weiter, im Bereich Wohnaccessoires, ist diese Tendenz unverkennbar: Verschnörkelte Zuckerdosen, mit rosa Blümchen verzierte Vasen im auf alt getrimmten Shabby-Look oder verspielte, zierliche Garderobenhaken mit goldenen Elementen. „Gold ist gerade bei Vasen, Bilderrahmen und Kerzenständern eine immer wiederkehrende Farbe. Es wertet vor allem kleine Gegenstände auf, wirkt edel und passt zu vielen anderen Farben“, weiß Einrichtungs-Fachfrau Isabelle Marx. Auch der Landhaus-Stil sei weiter im Trend, werde aber in diesem Jahr vermehrt mit goldenen Einflüssen veredelt. Dass der Trend aus dem letzten Jahr weiterhin einen großen Teil der Wohnaccessoires dominiert, sich jedoch 2016 Richtung „rustikal, aber edel“ entwickelt, bestätigt auch Nicolette Naumann im Gespräch. Sie ist Bereichsleiterin der jährlich stattfindenden Konsumgütermesse. „Die Sehnsucht nach dem Land bleibt ein Thema, aber in einer verfeinerten Variante“, erklärt die Trendexpertin weiter. Deutlich wird das durch stärkere Einflüsse des Kunsthandwerks und des Folkloristischen.

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Und die Farbtrends? Viele Wohndekorationen tragen nun Töne, was Naumann als „pastöse Neonfarben“ bezeichnet, „also Neonfarben, die nicht pur sind, sondern mit Weiß oder Grau abgedämpft“. So geht das Textmarker-Gelb in ein strahlendes Zitronengelb über. Naumann fällt außerdem besonders auf: Hersteller von Schalen und Vasen experimentierten mit Lasuren und Lacken. Sie setzen ihnen zum Beispiel Rostpartikel zu, um neue Optiken zu erzielen. Eine zweite größere Neuheitenwelle, die die Expertin ausmacht, sind verstärkt neue Strukturen etwa von Geschirr und Dekorationen. Sie wirkten ein wenig wie mit der japanischen Origami-Technik hergestellt oder kaleidoskopisch, also mit wechselnder Wirkung je nach Blickwinkel.

Dass auch immer mehr Handwerkliches und fair Gehandeltes Einzug in moderne Küchen und Wohnzimmer hält, zeigt die Ambiente durchgängig. „Holz liegt im Trend. Es ist nachhaltig und kann in Kombination mit anderen Gegenständen sehr edel wirken“, weiß Marx. Kein Wunder also, dass die Fachbesucher in den Hallen soweit das Auge reicht auf hölzerne Trends stoßen. Kerzenständer, Besteck, Obst- und Salatschalen und riesige Skulpturen gibt es dort in Bambus, Eiche und dunklem Ebenholz.

Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt: Fotos

Und auch das Thema Nachhaltigkeit und Genuss hat Einzug in die Welt der Konsumgüter gehalten. Dem modernen Genießer geht es beim Kaffee längst nicht mehr nur um den schnellen Kick am Morgen. Nun hat auch der Coffee-to-go-Trend nachhaltige Formen angenommen – weg vom billigen Pappbecher, hin zum hochwertigen und wiederverwendbaren Behältnis für das kostbare Schwarz. „Die perfekte Antwort für die tägliche Nachhaltigkeit beim Konsum sind Mugs, also Trinkbecher, für den täglichen Gebrauch. Es gibt sie aus Porzellan, aus Kunststoff, einfarbig, bunt oder sogar selbst gestaltet“, weiß der Aussteller Philipp Müller. „Jeder wie er mag, ist die Devise.“ Der Fachmann zieht außerdem den Vergleich zum Wein: Für ein edles und in traditioneller Ernte aufwändig hergestelltes Getränk wähle man doch auch sonst ein angemessenes Behältnis.

Einige Hallen weiter stoßen Messebesucher auf eine ebenso neue Entwicklung wie am Stand von Philipp Müller. Hier präsentiert die Dreieicher Firma Susino Regenschirme vom klassischen einfarbigen Knirps bis hin zum edlen Stockschirm mit Karomuster. Die Verantwortliche Xiaohui Wang präsentiert stolz die Innovation des Unternehmens: Ein Regenschirm, der sich mit dem Wind biegt. Grund dafür sind zwölf anstatt wie sonst üblich acht befestigte Elemente, die das kontrollierte Umknicken des Schirms bei starkem Wind ermöglichen. „Sowas hätten wir beim Sturmtief in der letzten Woche gebrauchen können“, scherzt die Ausstellerin.

Das zweite Wohnzimmer: Das Schlafzimmer wird Aufenthaltsraum

Quelle: op-online.de

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