Nacht mit Minderjährigem: Kündigung unwirksam

Frankfurt - Fast drei Wochen lang war in Japan ein Flugbegleiter der Lufthansa in Untersuchungshaft, weil er im Crew-Hotel mit einem noch Minderjährigen eine Nacht verbrachte.

Anschließend wurde der langjährige Mitarbeiter von der Lufthansa wegen des Medienrummels um den Fall fristlos entlassen. Jetzt hat das Landesarbeitsgericht in Frankfurt die Kündigung für unzulässig erklärt. In ihrem am Mittwoch bekanntgewordenen Urteil (AZ 17 Sa 1340/09) entschieden die Richter, dass eine fristlose Entlassung allein wegen der Berichterstattung in den Medien nicht gerechtfertigt sei. Maximal eine Abmahnung wäre ausreichend gewesen. In der ersten Instanz hatte der Arbeitnehmer den Prozess verloren.

Der Flugbegleiter hatte sich den jungen Mann in Japan auf sein Zimmer kommen lassen. Wie sich erst später herausstellte, hatte dieser das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet. Die japanische Polizei bekam davon Wind und nahm den Flugbegleiter für 19 Tage in Untersuchungshaft, ehe er einen Strafbefehl über eine Geldstrafe akzeptierte. Den damit verbundenen Medienrummel in japanischen Boulevardzeitungen und die Nennung des Flugunternehmens nahm die Lufthansa zum Anlass, dem langjährigen Mitarbeiter fristlos zu kündigen.

Nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts gibt es bei dem Vorfall nur nur eine beschränkten Bezug zum Arbeitsverhältnis. Auch das Hotel habe keinerlei Vorwürfe gegen das Flugunternehmen erhoben. Die Berichterstattung in Zeitungen über den Fall reiche aber für eine fristlose Kündigung nicht aus.

dpa

Quelle: op-online.de

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