Rhein-Main-Region erlebt erste Nacht ohne Fluglärm

Frankfurt - Gut geschlafen? In der vergangenen Nacht ist das Nachtflugverbot erstmals realisiert worden. Dem ein oder anderen Anwohner dürfte es verdächtig ruhig vorgekommen sein.

Der Frankfurter Flughafen hat derweil die erste Nacht mit einem kompletten Flugverbot ohne Probleme im technischen Ablauf bewältigt. Die Nachtruhe zwischen 23 und 5 Uhr sei eingehalten worden, berichtete die Betreibergesellschaft Fraport. Es seien weder Maschinen verspätet abgeflogen, noch hätten Passagiere in Frankfurt übernachten müssen, weil ihr Flug nicht mehr rausging.

Um 23.02 sei noch eine Maschine gelandet, wie es auch nach dem Planfeststellungsbeschluss vorgesehen sei, berichtete ein Sprecher. „Wir haben die Umstellung operativ gut hinbekommen“, erklärte ein Sprecher der Lufthansa Cargo, die bislang die meisten Nachtflüge am größten deutschen Flughafen durchgeführt hatte.

"Nächste Monate werden zeigen, dass es auch ohne Nachtflüge geht"

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Aus Sicht der Bürgerinitiativen wird am Flughafen gerade der Beweis angetreten, dass es auch ohne Nachtflüge geht. „Man kann die Maschinen auch nachts fertig machen und dann tagsüber fliegen lassen“, sagte der Sprecher der Vereinigung „Für Flörsheim“, Hans-Jakob Gall. In den nächsten Monaten werde sich zeigen, dass dies auch am Frankfurter Flughafen möglich sei. Er gehe davon aus, dass das Bundesverwaltungsgericht das von der hessischen Vorinstanz verhängte vorläufige Nachtflugverbot bestätige.

Die Menschen im vom Fluglärm besonders getroffenen Flörsheim hätten eine sehr ruhige Nacht hinter sich, berichtete Gall. Das löse aber nicht die zusätzlichen Belastungen durch die neue Landebahn Nordwest, die tagsüber für bislang nicht gekannten Lärm sorge. Fluglärm sei kein lokales Problem der Flughafenanrainer, sondern eines der gesamten Rhein-Main-Region.

Um 5 Uhr stand Friedrich Quandt aus Offenbach wieder senkrecht im Bett

„Es wird nicht leiser, der Lärmteppich wird nur größer“, sagte die Aktivistin Eleonore Wagner aus Kelsterbach. Erstmals seit Jahren habe sie wieder mit gekipptem Fenster schlafen können und hoffe auf eine Verstetigung des Nachtflugsverbots durch das Bundesverwaltungsgericht. Ohne die Abflüge sei auch der Grundlärmpegel am Flughafen deutlich geringer als sonst.

dpa/lhe

Quelle: op-online.de

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