Nachtflüge mit dem Segen der Politik

Offenbach/Wiesbaden (mad/re/dpa) ‐ Trotz des geltenden Nachtflugverbots zwischen 23 und 5 Uhr haben am Dienstagabend startende Flugzeuge bis kurz nach Mitternacht den Menschen in den Anrainerkommunen östlich des Flughafens den Schlaf geraubt.

Wegen des Wetters erteilte Ausnahmegenehmigungen des hessischen Verkehrsministeriums erlaubten den insgesamt 28 Maschinen das Starten und Landen nach 23 Uhr. Eine wegen zu starken Rückenwinds geschlossene Startbahn West sowie Schneefall hätten den Flugplan durcheinander gebracht, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Weil dies Umstände seien, welche die Airlines nicht zu vertreten hätten, habe man die Genehmigungen erteilt.

Unterdessen mühen sich die Landesregierung und die Luftverkehrswirtschaft weiter um eine Reduzierung des Fluglärms im Rhein-Main-Gebiet. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte gestern nach dem mittlerweile zweiten Spitzengespräch in Wiesbaden an, ein Paket zum aktiven und passiven Schallschutz sowie zu etwaigen Änderungen der Flugrouten werde am 29. Februar vorgestellt. Details wollte der Ministerpräsident aber noch nicht nennen. An dem „Arbeitsgespräch“ nahmen die Spitzen des Flughafenbetreibers Fraport, der Fluggesellschaft Lufthansa und der Deutschen Flugsicherung teil. Das Bundesverkehrsministerium war durch Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle vertreten.

Verbesserungen beim Schallschutz sind erforderlich

Fraport-Chef Stefan Schulte gestand nach dem Treffen erneut zu, dass sich die Lärmbelastung mit der Nordwestlandebahn in einigen Kommunen erhöht hat. „Alle Verantwortlichen sind sich einig, dass Verbesserungen beim Schallschutz erforderlich sind, um die Belastungen schnellstmöglich zu reduzieren“, sagte er. Und: „Wir haben verstanden, dass die Menschen nun schnellstmöglich Taten von uns erwarten, die zu einer Entlastung führen werden.“

Eine Stilllegung der neuen Bahn, wie von vielen Demonstranten gegen den Fluglärm gefordert, wird sicher nicht dazu gehören. Einem Bericht der FAZ zufolge zöge dies Schadenersatzforderungen der Luftverkehrsbranche gegenüber Fraport in dreistelliger Millionenhöhe nach sich. Ein Aus des kreditfinanzierten Milliardenprojektes würde Fraport in eine tiefe Krise stürzen.

Quelle: op-online.de

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