„Nachtflugverbot nicht machbar“

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Hält striktes Flugverbot für nicht machbar: FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Gerhardt.

Wiesbaden - Der hessische FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Gerhardt hält ein striktes Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen rechtlich nicht für machbar. „Es wird nicht mit null Flügen pro Nacht gehen“, sagte Gerhardt im Gespräch mit dem Radiosender hr Info.

Darüber hätte man auch mit den betroffenen Bewohnern in der Rhein-Main-Region sprechen müssen. Die Ankündigung eines strikten Nachtflugverbots sei ein Fehler gewesen. Dies habe auch Ministerpräsident Roland Koch (CDU) einsehen müssen und sich deshalb für eine begrenzte Zahl von Flügen ausgesprochen.

Der Fraktionsvorsitzende der hessischen Grünen,Tarek Al-Wazir, kritisierte Gerhardts Äußerungen als „neuerlichen Gipfel der Unverschämtheit“. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte vergangene Woche den Ausbau gebilligt, die Nachtflugregelung aber verworfen.

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Das Nachtflugverbot sei den Menschen auch von der FDP versprochen worden, „und jetzt erklärt Herr Gerhardt kühl, dies sei nicht machbar“, sagte Al-Wazir laut Mitteilung. Die betroffenen Bürger müssten sich geradezu verhöhnt vorkommen. Der Fraktionsvorsitzende kritisierte außerdem Lufthansa Cargo, die ihre Flotte im Falle eines absoluten Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen aufgeben will.

Neuer Protest im Kelsterbacher Wald

Am Samstagabend haben Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood aus Protest gegen den Ausbau des Flughafens Bäume im Kelsterbacher Wald besetzt. Die zwei Männer und eine Frau wollten für unbestimmte Zeit in rund 15 Meter Höhe ausharren, sagte ein Sprecher der Aktivisten am Sonntag. Auf einem Transparent forderten sie „Ausbau stoppen!“. Die Polizei erklärte, sie wolle die Lage zunächst beobachten und Kontakt zu den Aktivisten suchen. „Wir warten ab“, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Entscheidung über eine Räumung hänge auch von der Reaktion des Flughafenbetreibers Fraport ab. Noch sei keine Anzeige eingegangen.

Die Aktivisten halten sich in jenem Teil des Kelsterbacher Waldes auf, der für die geplante neue Landebahn weichen soll. Weite Teile des Geländes sind bereits gerodet. Das Abholzen der Bäume hatte im Januar begonnen. Mitte Februar war ein Widerstandscamp von Gegnern des Ausbaus im Kelsterbacher Wald von der Polizei geräumt worden. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte grünes Licht für den Ausbau gegeben.

Flughäfen sollen kooperieren

Die SPD in Hessen und Rheinland-Pfalz will gemeinsam die Kooperation zwischen den Flughäfen Frankfurt und Hahn im Hunsrück vorantreiben. Die Möglichkeiten dafür sollen in einer neuen länderübergreifenden Arbeitsgruppe der Partei geprüft werden, kündigten am Wochenende der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel an.

dpa

Quelle: op-online.de

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