Nachts bleibt manches Fenster offen

+
In Hessens CDU hoffen einige auf den Ruf des designierten Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Wiesbaden. „Hier gibt es jetzt Heerscharen, die nachts nicht mehr das Fenster zumachen“, witzelt ein Christdemokrat, „sie könnten Bouffiers Ruf ja sonst überhören.“ Eine, die das nicht nötig hat, ist Eva-Kühne-Hörmann. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Die Nordhessin, die das Ministerium für Wissenschaft und Kunst leitet, gilt als sicheres Kabinettsmitglied auch unter einem Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Ob sie im Zuge einer größeren Kabinettsumbildung im Haus an der Wiesbadener Rheinstraße bleibt oder den Ministerstuhl wechselt, dürfte zu den Geheimnissen von Noch-Innenminister Bouffier zählen - falls er selbst überhaupt schon entschieden hat, mit welcher Mannschaft er ab September das Land regieren will.

Als ziemlich unwahrscheinlich gilt in der Union jedoch, dass Kühne-Hörmann Bouffiers Platz einnimmt und sich künftig um Polizei, Feuerwehr und Sport kümmern wird. Zumal Innenstaatssekretär Boris Rhein aus Frankfurt als heißer Kandidat gilt.

Das Innenministerium und auch das Umweltministerium muss Bouffier auf jeden Fall neu besetzen, da Umweltministerin Silke Lautenschläger aussteigen will. Das lenkt den Blick auf ihren Staatssekretär Mark Weinmeister aus Guxhagen. Er erhielt beim Parteitag in Willingen das zweitbeste Ergebnis bei den Beisitzerwahlen - die Partei ist mit dem Mann offenkundig zufrieden. Aber Bouffier will die CDU ja weiblicher machen - deshalb werden Lucia Puttrich gute Chancen für ein Ministeramt eingeräumt. Sie ist wie Kühne-Hörmann neue Stellvertreterin Bouffiers im Landesvorstand. Die Bundestagsabgeordnete aus Nidda (Wetterau) war zuvor Bürgermeisterin und Präsidentin des Städte- und Gemeindebundes.

Ein Wechsel Puttrichs nach Wiesbaden - oder auch der jedes anderen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Hessen - wäre die Stunde des nordhessischen CDU-Bezirksvorsitzenden Bernd Siebert, der der erste Nachrücker für den Bundestag ist. Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Verteidigungspolitiker, der 2009 aus dem Parlament flog, lieber heute als morgen zurück nach Berlin möchte.

Doch dürfte Bouffier noch viele Gespräche führen, auch über eine neue Leitung der Staatskanzlei. Amtsinhaber Stefan Grüttner aus Offenbach, der es wohl nicht bleiben soll, zählt zu denen, die als Nachfolger von Fraktionschef Christean Wagner gehandelt werden, auch wenn der ganz und gar nicht amtsmüde ist. Mancher kann sich auch Ex-Kultusministerin Karin Wolff aus Darmstadt auf diesem Posten vorstellen. „Ein großes politisches Talent, auf das die CDU nicht verzichten sollte“, so ein Schwergewicht in der Partei.

Quelle: op-online.de

Kommentare